Neulich im Fernsehen…

Neulich im Fernsehen...
Gestern Abend nahm ich mir mal wieder die Freiheit, einen Abend vor dem Fernseher im heimischen Muggensturm zu verbringen, da nacheinander zwei interessante Filme liefen. Zuerst “Wie werde ich ihn los in 10 Tagen” auf PRO7 und direkt danach “Fight Club” auf Kabel 1.
Das soll hier nun keine Filmkritik werden (auch wenn ich den Film “Fight Club”, trotz seiner Brutalität, sehr empfehlen kann), ich möchte euch aber etwas mitteilen, was mir gestern bei “Wie werde ich ihn los in 10 Tagen” zum ersten Mal richtig bewusst geworden ist.
Und zwar, wie Filme, mit Hilfe von sentimentaler Musik, unsere Wahrnehmung, unser Denken und letztendlich auch unser Handeln, im Bezug auf reale Situationen in unserem Alltag, vorallem im zwischenmenschlichen Bereich, vedrehen.
Bewusst wurde mir das bei eben jenem Film, da dort jede vermeindlich romantische Szene mit dieser Art von Musik untermalt wurde, die wir eben als romantisch empfinden und die unsere Gefühle anspricht, besonders die der Frauen.
Für mich hatte sich gestern bei einer dieser vielen “romantischen” Szenen des Films die Frage gestellt, Wie würde diese Szene wohl OHNE Musik wirken? Würde ich es dann immer noch als “romantisch” empfinden?
Und übertrage ich diese Szenen dann in meinen Alltag bzw. nehme diese als Massstab und möchte diese Romantik in genau dieser Form mit genau diesen Gefühlen auch erleben?
Die Musik übernimmt dabei meiner Meinung nach zwei Aufgaben: Zum einen sorgt sie dafür, dass eben jene Szenen noch einmal den nötigen Hauch von Schönheit und Romantik erhalten, der so vielleicht nicht, in einem solchen Ausmaß vorhanden wäre, und zum zweiten sorgt die Musik dafür, dass wir die Bilder und Vorstellungen und, was enorm wichtig ist, die damit verbundenen Gefühle in unserem (Unter-)Bewusstsein behalten. Und eben jene Bilder, Vorstellungen und Gefühle übertragen wir dann auf unseren Alltag. Phantasie soll Wirklichkeit werden.
Doch ist das doch ein riesen Trugschluss, da das reale Leben doch 1. ganz anders aussieht als in einem Film dargestellt und 2. das reale Leben eben viel nüchterner abläuft – und ohne Musik, die meine Sinne benebelt.
Ich sehe dort die Gefahr, dass die Grenzen zwischen Phantasie (Film) und Realität (mein Leben) verwischen und so letztlich zu hohe Ansprüche an mein Gegenüber gestellt werden und sich letztendlich Frustration einstellen wird.
Versteht ihr, manipuliert durch Kinofilme aus Hollywood, stelle ich Ansprüche und Erwartungen an andere Menschen und mich selbst, die völlig realitätsfremd sind und die mein Gegenüber und ich selbst wahrscheinlich niemals erfüllen können.
Haben diese Ansprüche und Erwartungen nicht zum Teil auch Schuld daran, dass wir Menschen einsam bleiben, aus Angst den Ansprüchen des Anderen nicht zu genügen? Oder aber der oder die Andere genügt unseren Ansprüchen nicht mehr, da wir die Messlatte in unereichbare Höhen gehängt haben.

Ob meine Ausführungen denn nun psychologisch richtig sind oder nicht, mir ist gestern Abend wieder nur eines bewusst geworden:
Es ist fatal, in was für einem Halbschlaf wir Menschen uns befinden, und wie leicht wir unser Denken von bestimmten Einflüssen steuern und bestimmen lassen.
Hier kann ich als Christ dankbar sein, dass Gottes Geist eben nicht von dieser Welt ist und mich auf falsche Denkweisen immer wieder hinweist, indem ich bei vielen Dingen, auch wie ich mich in bestimmten Situationen verhalte usw., merke, dass da irgend etwas nicht richtig ist so wie es läuft.
Und dann kann ich beten, dass Gott mir zeigt was da nicht richtig ist, und dass ER mich verändert.

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