Kennt ihr das? Man möchte etwas Neues lernen, vielleicht aus einer Laune heraus, und macht sich auch sofort ans Werk. Ich interessiere mich z.B. dafür Bass spielen zu lernen. Oder ich möchte eine neue Programmiersprache lernen, um endlich eigene Programme zu schreiben.
Manchmal bleibt es nur bei diesem Wunsch, doch manchmal schaffe ich es sogar, mir alle nötigen Accessoirs für mein evtl. neues Hobby zu beschaffen. Für das Bass spielen einen Bass und Verstärker, vielleicht sogar Noten. Für das Programmieren die nötigen Bücher.
Und dann? Frisch motiviert mache ich mich ans Werk. Es kann aber auch passieren, dass Bass und Bücher gleich in der Ecke verstauben. Sollte dies nicht der Fall sein, dann dauert es aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht all zu lange, bis beides doch irgendwann irgendwo in meinem Zimmer ihren Platz gefunden hat, und dort verstaubt. Auf dem Schreibtisch oder in der Ecke.
Wenn ich es mir recht überlege, passiert dies deutlich öfter, als dass es heute noch irgendetwas geben würde, was mich wirklich dauerhaft motiviert und binden könnte. Wie Fussball spielen zum Beispiel. Oder Schwimmen und Fahrrad fahren. Doch das sind alles nur sportliche Tätigkeiten. Es gab in letzter Zeit nichts, außer Sport, für dass ich mich wirklich längerfristig motivieren konnte. Der Bass verstaubt tatsächlich in der Ecke, Bücher über verschiedene Programmiersprachen tun das gleiche auf meinem Schreibtisch.
Das Einzige “Neue”, für dass ich mich in den letzten 2 Jahren wirklich immer wieder motivieren kann, ist meine Beziehung und mein Glaube an Jesus Christus. Doch ist das nicht etwas anderes? Denn diese Beziehung ist ja lebendig, dynamisch. Und es geht dabei ja auch nicht um etwas nebensächliches, sondern um mein Leben. Es ist etwas das ich lebe, dass meinen Alltag gänzlich bestimmt.
Bei längerem Nachdenken sind mir doch noch zwei Dinge eingefallen, welche es mal geschafft hatten, mich längerfristig zu motivieren. Skateboard fahren und meine zwei Plattenspieler plus Mischpult. Beides mache ich heute aber auch nicht mehr. Wieso?
Nun ich denke, beides waren Dinge für die ich mich wirklich interessiert habe, in denen ich besser werden wollte. Doch bei beidem kam irgendwann der Punkt an dem es um Talent ging, wo ich nicht mehr durch einfaches Training besser werden konnte. Schließlich habe ich beides dann irgendwann aufgegeben.
Ist es das? Wir Menschen wollen in allem immer besser werden, wollen mehr erreichen. Im Beruf, in unseren Hobbies. Wieso? Möchten wir uns selbst etwas beweisen oder unseren Mitmenschen? Was treibt uns an? Und verlieren wir deshalb an vielen neuen Dingen schnell wieder das Interesse, weil es uns nicht schnell genug voran geht, weil wir nicht sofort Ergebnisse sehen oder weil uns das nötige Talent fehlt?
Ich denke zum Teil liegt es daran. Und wie schnell wir etwas aufgeben, liegt bestimmt auch daran, wieviel Geduld wir haben, wie lange wir es aushalten, für etwas zu arbeiten ohne sofort Ergebnisse zu sehen. Oder wieviel Interesse wir für eine Sache wirklich aufbringen.
Bei mir ist diese Spanne zwischen anfangen und aufgeben sehr klein. Ich muss sofort Erfolge verzeichnen können, ansonsten verliere ich sehr schnell das Interesse an einer Sache. Wie wichtig war es mir dann überhaupt?
Klar, sinnlose Dinge sollte man lassen, aber was macht denn überhaupt Sinn?
Woran liegt es denn, dass der Mensch immer besser, immer schneller immer mehr erreichen will? Will er sich selbst und anderen also etwas beweisen? Wer oder was treibt uns an?
Und hält dieser Drang viele Menschen auch davon ab, sich zum christlichen Glauben zu bekehren, weil sie dies als Rückschritt ansehen würden? Was, wenn dieser Jesus von mir etwas ganz anderes verlangt, als ich eigentlich geplant hatte? Dies muss ja so sein, wenn ich die Reden der Kirche und der Gesellschaft richtig verstehe. Ich will aber meine eigenen Ziele verfolgen, selbst schnell weiterkommen und möglichst viel erreichen in meinem kurzen Leben. Ich möchte die Herrschaft über mein Leben nicht an so einen altertümlichen Gott abgeben.
Doch für was wollen wir immer weiterkommen? Für was leben wir wirklich? Für Wohlstand und Reichtum? Nur um Spaß zu haben? Womöglich ja. Und wenn ich einmal sterbe, oder plötzlich , in Zeiten in denen die Wirtschaft sowieso am Boden ist, meine Arbeit, mein Haus durch Feuer verliere, krank werde, durch unglückliche Umstände all mein Besitz flöten geht. Was dann? War der Sinn meines Lebens dann letztendlich nur zu existieren, zu versuchen möglichst weit zu kommen, um letztendlich doch zu sterben und alles zu verlieren?
Manche Religionen fassen dieses “Problem” in ihren Lehren auf. Der Buddhismus und der Hinduismus zum Beispiel. Dort geht es auch darum, danach zu streben immer weiteraufzuteigen, zwar nicht materiell sondern geistlich, und hauptsächlich durch Meditation. Da dies in einem Leben nicht zu erreichen zu sein scheint, wird dieses Problem mit Hilfe von Wiedergeburt gelöst. Das geschieht so oft, bis man schließlich am Ziel ist, bis man selbst eine Art Gott ist. Die Evolution lehrt uns im Grunde genommen ja auch nichts anderes. Nur spielt in der Evolutionstheorie der einzelne Mensch keine Rolle, die Menschheit als Ganzes entwickelt sich nach und nach vom Affen zum Gott.
Auch nach dem Bericht der Bibel hat die Schlange Adam und Eva die Versprechung gemacht, dass sie wie Gott sein werden, nachdem sie von der verbotenen Frucht gegessen hatten. Doch nur die Bibel bezeichnet dieses Streben nach Göttlichkeit, der Versuch selbst Gott zu sein, als Sünde. Ist es nicht interessant, dass diese Lüge der Schlange, immer wieder in allen möglichen Religionen und sogar in der Evolutionstheorie auftaucht? Der Mensch möchte sein eigener Gott sein bzw. er versucht Gott zu werden.
Fast alle Religionen heißen dieses Streben gut und fördern es sogar, nur das Christentum bezeichnet es als Sünde. Auch der Islam motiviert seine Anhänger dazu, durch gute Taten und dem Einhalten der fünf Säulen, selbst etwas zu ihrer Erlösung beizutragen.
Nur der Gott der Bibel sagt, dass kein Mensch sich selbst erlösen kann, dass nur der, der daran glaubt das Jesus für unsere Schuld am Kreuz gestorben ist, einmal vom ewigen Tod errettet werden wird.
Erkennen wir in unserem Streben nach Reichtum und Macht nicht auch die Spuren der Sünde, der Lüge der Schlange aus dem Paradies? Fällt es uns deshalb so schwer, die Botschaft der Bibel anzunehmen, weil der Drang der Selbstverwirklichung uns davon abhält? Wir sind nicht bereit, die Führung über unser Leben an jemand anderen abzugeben. Kein Mensch lässt sich gerne beherrschen.
(Der folgende Abschnitt stammt aus der Publikation von Günter Krallmann – Herzensvorbereitung für Erweckung)
Doch darum geht es doch überhaupt nicht.
Es geht um Gehorsam gegenüber Gott.
Gehorsam ist einer der wichtigsten Merkmale des biblischen Christentums. Gott zu gehorchen ist eine Frage der Gottesfurcht und geschieht aus einer freien Entscheidung heraus. Aber wäre es nicht eine reine Anmaßung anzunehmen, man könnte eine plausible Rechtfertigung dafür finden, um dem Herrn, dem allmächtigen Gott, dem Schöpfer des Universums ungehorsam zu sein?
Gott zu gehorchen, ist eine Frage der Vernunft. Was könnte vernünftiger sein, also von ganzem Herzen die Führung dessen anzunehmen, der vollkommen weise ist und der am besten weiß, was das Beste für uns ist?
Es geht darum, seinen Drang zur Selbstverwirklichung abzugeben und wieder den Willen dessen zu tun, dem Gehorsam zu sein, der uns geschaffen hat und mit dem unser Leben wirklich Sinn macht.
Alles andere wäre nur ein Haschen nach dem Wind.
Nun gut, ich denke ich habe meine Gedanken genug schweifen lassen für heute.
Ich bin jetzt erst einmal Bass spielen. Oder doch lieber programmieren?
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