Vor 2 Monaten, dass war im Juli, als es bei uns so heiß war, musste ich bei einer Firma in einem Doppelboden Kabel verlegen.
Der Boden war ungefähr wie die Bühne hier, also zwei Böden so weit übereinander, dass ein Arbeiter gerade so noch reinkriechen und sich darin bewegen kann.
Man muss dazusagen, der Raum mit dem Doppelboden hatte keine Fenster und die Klimaanlage funktionierte auch noch nicht.
An eben jenem heißen Julitag, hatte ich die Aufgabe, eben in jenen Boden zu kriechen und über diesen staubigen Boden zu robben, um Kabel von einem zum anderen Ende des Raumes zu verlegen.
Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie übel stickig, heiß und dreckig das da unten war.
Irgendwann steckte dann ein Arbeiter seinen Kopf durch den Boden und meinte: „Oh, du musst aber was Schlimmes verbrochen haben, dafür dass du diese Arbeit machen musst!“
Ich dachte nur, Hmm ja, irgendwas muss ich wieder angestellt haben, dafür dass Gott mich hier durch den Dreck kriechen lässt!
Damals musste ich an folgenden Satz aus der Bibel denken:
Die Strafe lag auf ihm zu unserem Frieden (Jesaja 53,5)
Da geht’s um Jesus!
Genau das ist der Punkt, Jesus hat die Strafe für unsere Schuld schon bezahlt.
Was denkst du bei dieser Aussage?
Jemand hat für den Mist, den wir täglich fabrizieren, bezahlt und möchte Frieden für unser Leben?
Ist das glaubhaft?
Wir hören doch immer nur, was die Bibel sagt was wir nicht tun dürfen.
Du sollst nicht willenlos Alkohol trinken, du sollst nur Sex mit deiner Ehefrau haben, du sollst nicht lügen…
Das sind die Forderungen, die Gott durch die Bibel an unser Leben stellt.
Und wir regen uns tierisch darüber auf.
Auf jeden Fall wollen wir nichts damit zu tun haben.
Die Forderungen Gottes an unser Leben unterscheiden sich nämlich sehr stark, von unseren persönlichen Wünschen, von unseren Vorstellungen wie ein glückliches Leben heute auszusehen hat.
Und jeder denkende und ehrliche Mensch merkt doch irgendwann, dass wir es nie im Leben schaffen würden, Gottes Vorschriften 100% einzuhalten.
Selbst wenn wir es wollten.
Und schließlich möchten wir unser Leben ja auch so leben, wie wir uns dass vorstellen.
Und was hat mir schon jemand zu sagen, den ich nicht einmal sehen oder anfassen kann?
Aber wisst ihr was?
Wir Menschen brauchen Gott!
Jeder einzelne von uns, mit all unserem Hass, mit all unserer Wut, mit unseren Ängsten, Schmerzen, Depressionen…
Wir brauchen Gottes Liebe für unser Leben!
Ich vergleiche uns mit so Diamantbesitzern, die alle ihre Diamanten gegen Kohlesteine getauscht haben, weil der Teufel uns erzählt hat, es wären auch Diamanten.
Und Gott möchte uns diese Diamanten zurückgeben, sogar umsonst.
Doch wir wollen unsere Kohlesteine aber nicht hergeben und klammern uns ganz fest daran, obwohl wir schon ganz schmutzig sind von der Kohle und die sich eines Tages sowieso in Rauch auflösen wird.
Aber wir halten die Kohle eben immer noch für echte Diamanten.
Klar lassen sich viele unserer Lebensbereiche nicht mit Gottes Vorstellungen von Leben vereinbaren!
Wir sind uns bewusst, dass Gott unser freizügiger Umgang mit Sex oder Alkohol bestimmt nicht gefallen kann.
Natürlich scheint Sex das so ein christliches Standardthema zu sein.
Und oberflächlich betrachtet könnte man meinen, dass Gott etwas gegen die Sexualität hat.
Ganz im Gegenteil!
Aber wenn ich einfach so mit einem wildfremden Partner schlafe, nur um meine Bedürfnisse zu befriedigen, dann ist dass sehr egoistisch.
Dieser Mensch sehnt sich vielleicht insgeheim nach Liebe, und ich missbrauche ihn für meine Zwecke und lasse ihn danach wieder fallen, weil ich ja nicht durch die Ehe an ihn gebunden bin.
Oder wir meinen immer noch, unsere Probleme selbst ihn den Begriff zu bekommen, ohne Gott.
Und wenn sie uns doch über den Kopf wachsen, versuchen wir sie zumindest mit dem Alkohol zu betäuben, anstatt uns an Gott zu wenden.
Oder was sagt Gott zu unserem Verhalten gegenüber unseren Eltern oder Kollegen?
Aber Gott weiß doch auch, dass wir allein es nie schaffen würden, uns zu ändern.
Er möchte uns verändern.
Er verändert Stück für Stück Bereiche unseres Lebens, wenn wir Stück für Stück dazu bereit sind, sie ihm zu übergeben.
Zuerst verändert Gott vielleicht unsere Einstellung zum Alkohol.
Dann schenkt er uns Liebe für unsere Eltern usw.
Es ist wohl normal, dass wir anfangs immer dagegen sträuben, wenn Gott uns Punkte in unserem Leben zeigt, die ihm nicht gefallen.
Dann lässt er uns auch manchmal durch Krisen gehen, wenn wir unser Kohlestück nicht loslassen wollen.
Aber gerade in diesen Krisen, sollten uns nicht dazu bringen, vor Gott wegzulaufen.
Sie sollten uns vielmehr dazu bringen, zu ihm zu laufen.
Ich habe diese Erfahrung in den letzten Jahren auch desöfteren machen müssen.
Doch wenn ich bereit war loszulassen, hat Gott mir nur um so mehr geschenkt.
Und ich mache die Erfahrung, dass ich auch heute noch in manchen Dingen nicht bereit bin, mein Kohlestück loszulassen und Gott die Regie über alle Bereiche meines Lebens zu lassen.
Aber Gott ist da geduldig.
Und ich mache die Erfahrung, dass mir die Diamant viel besser gefällt als das Kohlestück, wo ich mir nicht vorstellen konnte, jemals ohne zu leben.
Es geht nicht darum, wo wir uns verändern können, es geht darum, was wir Gott zutrauen, wo er uns verändern kann!
Und ich möchte auch dir zum Schluss noch einmal sagen:
Auch du brauchst Gottes Liebe in deinem Leben!
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