Daily Archive for April 2nd, 2007

Du bist geliebt!

Wir haben später ja noch unsere Dance – Night hier in Linie 7.

Wenn ich an Tanzen denke, dann steigt sofort der Gedanke in mir hoch: „Nee, ich will nicht!“

Es ist ein Phänomen, dass wir hier im Süden Deutschlands irgendwie so verklemmt sind (als ob wir einen Stock im Allerwertesten hätten).

Woran das liegt habe ich noch nicht genau erforscht.

Ich weiß nur von mir, dass ich mich dabei immer so beobachtet fühle.

Ich frage mich immer, „Was denkt der andere von mir?“.

Bloß nicht vor den anderen lächerlich machen!

Ich könnte mich ja so spakig bewegen, dass die anderen sich über mich lustig machen!

Die beobachten mich ja die ganze Zeit.

Die große Angst die dahinter steckt ist wohl, dass irgendwann niemand mehr etwas mit mir zu tun haben möchte.

Ich bin ja der peinliche Typ der sich lächerlich gemacht hat!

Solche Gedanken kommen, wenn ich nicht weiß, wer ich selber bin.

Wenn ich mich selbst nicht kenne, und keine eigenen Standpunkte habe.

Wenn ich nicht weiß, wo und was mein Fundament ist.

Wenn ich nicht weiß, wer ich selber bin, dann versuche ich ständig jemand anderes zu sein.

Dann versuche ich mich meiner Umgebung so anzupassen, wie ich meine dass ich am Besten ankomme.

Aber wenn ich nicht sagen kann, was ich wirklich denke und fühle, dann werden meine eigenen Ideen und Emotionen irgendwann total verkümmern.

Dann wirke ich entweder künstlich oder emotionslos.

Ich muss lernen zu sagen, was mein Herz meint!

Ich denke, das Ziel eines jeden Menschen ist immer, sich bei seinen Mitmenschen angenommen zu fühlen.

Und wenn ich mich selbst nicht kenne und auch selbst nicht vollständig so akzeptiere wie ich nun mal bin, dann werde ich auch nie glauben, dass meine Mitmenschen mich vollständig so akzeptieren wie ich bin.

Es gibt da in der Bibel einen sehr interessanten Vers. Den kennst du vielleicht auch wenn du noch nie in der Bibel gelesen hast.

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst (Matthäus 22,39)

Ich habe oft nur den ersten Teil des Verses gelesen.

Aber da steht doch Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Wenn ich mich selbst nicht annehme, dann kann ich auch nicht meine Mitmenschen lieben / annehmen.

Ich habe immer so gedacht, dass jeder Mensch sich selbst ja immer am meisten liebt, aber mittlerweile sehe ich dass eher, überspitzt formuliert, wie eine Hassliebe.

Zumindest bei manchen Menschen ist das so.

Wer von euch kennt Gollum aus Der Herr der Ringe?

Diese Kreatur, die so abhängig ist von diesem einen Ring.

Und Gandalf sagt über Gollum und den Ring einmal, dass Gollum diesen Ring gleichzeitig liebt und hasst.

Das er ihn auf der einen Seite für immer nur für sich besitzen möchte, auf der anderen Seite ihn aber am liebsten zerstören würde.

Ich denke so ähnlich ist das auch bei uns (wie gesagt nicht bei allen).

Zumindest lieben wir nicht alles an uns bzw. halten nicht alles für liebenswert.

Und ich denke da müssen wir hinkommen, dass wir erst einmal lernen uns selbst anzunehmen, so wie wir nun einmal sind!

Gott tut das genauso!

Er liebt uns bedingungslos, d.h. unabhängig von meinem Äußeren, meinen Gefühlen, meinen Taten, meinen Charakterschwächen usw.

Er ist es auch, der uns ein Fundament gibt.

Er zeigt uns wo wir hingehören – nämlich zu ihm!

Auch wenn wir uns für überhaupt nicht liebenswert halten, Gott tut es.

Auch wenn scheinbar niemand zu uns hält, Gott tut es.

Ein Gedanke: Wenn alle Christen den Vers Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst ausleben würden, dann gebe es ja eigentlich fast keinen Menschen in deiner Nähe, der dich nicht liebt.

Und falls in deiner Nähe tatsächlich doch überhaupt keine Christen wohnen sollten, so bleibt dir trotz allem immer noch die Liebe Gottes.

Passend dazu auch das Lied von Nickelback, dass heute Morgen im Radio kam:

If everyone cared and nobody cried

If everyone loved and nobody lied

If everyone shared and swallowed their pride

Wenn du heute Abend einen Satz mit nach hause nimmst, dann hoffentlich diesen: Du bist ein Geliebter / Du bist eine Geliebte!

Bedingungslos, unabhängig davon wer du bist und was du bisher in deinem Leben getan hast!

Bedingungslos. Es heißt in der Bibel auch, dass Gott uns zuerst geliebt hat, und dass er sich wünscht, dass auch wir ihn lieben, als Reaktion auf seine bedingungslose Liebe.

Wenn du wissen willst, was der Unterschied zwischen Christen und anderen Menschen ist:

Christen fragen nach dem Willen Gottes für ihr Leben, die anderen Menschen folgen ihrem eigenen Willen.

Als Antwort auf Gottes kompromisslose Liebe, als Dank für das Fundament das er jedem Mensch gibt und die Hoffnung auf ein besseres Leben nach dieser Welt.

Zum Abschluss möchte ich noch einen kurzen Text vorlesen:

Ich muss nicht stärker sein als ich bin, denn du hast mich zuerst geliebt. Ich muss nicht besser sein als andere, denn in deiner Liebe bin ich reich.

Ich muss mich nicht verstellen, denn ich bin dir zum Bilde geschaffen.

Dir gebe ich die Ehre.

(Sybille Fritsch)

Beitrag als Podcast anhören:

[audio="http://plan51.podspot.de/files/Open%20Mic-16.03.07.mp3"]

Den Verstand klar halten

(Skript und Audio-Beitrag unterscheiden sich vorallem in der Länge etwas, da ich das Open Mic eher spontan halten durfte.)

Den Verstand klar halten

Ich war am Dienstag nicht in der Schule!

Das muss ich bekennen, und ich will es nicht gutheißen!

Ich war nicht, nicht weil ich zu faul war. Ich hatte andere Gründe…

Das ich nicht faul war, belegt allein schon die Tatsache, dass ich stattdessen joggen war.

Morgens, um kurz nach 8.

Ich gehe gerne joggen, weil ich da ganz für mich allein bin, nachdenken kann, denn um mich herum ist nichts als nur die Natur.

Und ich gehe gerne joggen, weil ich mich da am Besten mit Gott unterhalten kann.

Das klingt vielleicht verrückt, aber es ist tatsächlich so!

Ich habe mich gefragt, warum ist das so?

Warum nehme ich Gottes Stimme gerade beim Joggen so intensiv war, und in meinem Alltag höre ich ihn so selten?

Im Wald bin ich von Nichts und Niemanden abgelenkt, ich kann mich ganz auf Gott konzentrieren.

Wie sieht mein Alltag dagegen aus?

Da überhöre ich Gott wie gesagt sehr oft.

Mein Alltag ist nämlich sehr oft sehr stressig, hektisch, und ich bin oft sehr abgelenkt.

Aber ich denke, ich kann dass nicht nur auf die Dinge um mich herum schieben!

Ich trage auch einen großen Teil dazu bei, dass ich Gott nicht wahrnehme!

Nämlich wenn ich meine Sinne und meinen Verstand benebeln lasse!

Für einen Christen ist vielleicht klar: Zuviel Alkohol, und Drogen generell, sind schlecht!

Aber dann sucht der Teufel sich eben andere Wege:

In meinem Fall ist das z.B. das Internet:

Ich verbringe viel zu viel Zeit damit, sinnlos auf irgendwelchen Seiten rumzusurfen.

Oder der Fußball: Ich könnte ständig irgendwelche Spiele im Fernsehen oder direkt im Stadion anschauen.

Frage an dich: Welche Dinge sind es bei dir, die deine Zeit und Aufmerksamkeit in Beschlag nehmen?

Ich meine damit die Dinge, für die wir uns überdurchschnittlich viel Zeit nehmen, und wovon wir auch nicht so leicht loskommen.

Ich möchte nicht alles schlecht reden, aber es kommt halt immer auf die richtige Dosierung an.

Ich will meine Sinne klar halten, und meinen Verstand nicht von irgendwelchen anderen Dingen benebeln lassen!

Wir brauchen uns nicht wundern, wenn wir Gott nicht wahrnehmen, wenn wir uns 1. nicht die Zeit für IHN nehmen, und wenn wir 2. unsere Sinne und unseren Verstand ständig von anderen Sachen benebeln lassen.

In meinem Fall ist das das Internet, aber dass kann auch zuviel Arbeit, Kino und DVDs, Drogen, Alkohol usw. sein.

Wenn wir unsere Sinne und unseren Verstand klar halten, dann wird dass meiner Meinung nach ganz konkrete Auswirkungen auf unser Leben haben:

Auf unseren Umgang mit unseren Mitmenschen, auf unser Verhalten in bestimmten Alltagssituationen und, ganz wichtig, auf unsere Wahrnehmung von Gott.

Ganz einfach, weil unsere Gedanken nicht ständig von anderen Dingen abgelenkt sind, sondern wir uns auf die Situationen, in denen wir uns gerade befinden, konzentrieren können.

Wenn wir Jesus als Vorbild nehmen, dann sehen wir auch dass er sich öfters zurückgezogen hat, um die Stille bei Gott zu suchen.

Damals gab es zwar noch kein Fernsehen oder Internet, aber Jesus hat seine Sinne auch nicht von anderen Dingen benebeln lassen, sondern er wollte immer bei klarem Verstand bleiben, um in den Situationen des Alltags mit klarem Verstand handeln zu können.

Praktisch kann das bei uns so aussehen, dass wir uns immer wieder bewusst Zeit für Gott nehmen, an Orten, wo uns nichts ablenken kann.
Vielleicht eignet sich ein Spaziergang im Wald sehr gut dazu?

Das ich vielleicht nicht einfach aus Langeweile im Internet surfe oder den Fernseher laufen lasse.

Das ich mir nur bewusst Zeit für etwas nehme, also z.B. den PC einschalte, weil ich eine Email schreiben möchte.
Danach schalte ich den PC aber wieder aus.

Wenn ich mich langweile, dann rufe ich doch einfach mal einen Freund oder eine Freundin an und verabrede mich zum Kaffee trinken.

Es ist nicht leicht, seine Gewohnheiten zu ändern, aber mit Gottes Hilfe und Gebet können wir es trotzdem schaffen.

Denn Gott liegt etwas daran, dass wir frei werden von Gewohnheiten, die uns gefangen halten und von IHM ablenken.

In dem Buch “The Revolutionary Communicator” schreiben die beiden Autoren: “Aus Disziplin wird Gewohnheit, aus Gewohnheit wird Charakter.”

Das vielleicht nur zur Ermutigung.

Und auch wenn du Gott bisher noch nicht kennst, oder nicht an ihn glaubst, weil du Gott eben bisher noch nicht wahrgenommen hast, dann nimm dir doch einfach mal bewusst Zeit dafür!

Halte deine Sinne frei, damit du lernst ihn wahrzunehmen und zu erfahren, dass es Gott wirklich gibt.

Denn Gott verspricht: “Wer mich von ganzem Herzen sucht, von dem werde ich mich finden lassen. Und wer anklopft, dem wir aufgetan.”

Beitrag als Podcast anhören:

[audio="http://plan51.podspot.de/files/Open+Mic-30.03.07.mp3"]