Monthly Archive for August, 2007

Was geht es mich an? II

Mané der Stecher lebt in den Armenvierteln von Rio de Janeiro, der City of God.

Mané hat eine dunkle Hautfarbe, ist groß gewachsen, kräftig gebaut und gut aussehend. Er kommt gut an bei den Frauen.

Bevor er sich in den dreckigen Straßen von Rio de Janeiro niedergelassen hat, dort wo zwischen dem ganzen Müll die Hunde herumstreunen, diente Mané als Soldat bei der Armee.

In dieser Zeit hat Mané kämpfen und schießen gelernt. Er ist also durchaus in der Lage sich zu wehren, wenn es darauf ankommt.

Doch Mané möchte nicht mehr kämpfen. Er hat genug Gewalt erlebt und Menschen sterben. Er hat auch selbst Menschen getötet.

Mané möchte seine Ruhe. Er verkauft jetzt Fahrkarten in den Bussen rund um Rio de Janeiro. Manchmal lässt er die Kinder aus der Stadt auch umsonst mitfahren.

Mané verdient mit diesem Job nicht viel und auch die Chancen Kai zu machen sind wohl eher schlecht.

Aber es reicht zum Leben, und um ab und zu einmal seine Freundin zum Tanzen auszuführen.
Mané ist zufrieden. Er erwartet nicht mehr viel vom Leben.

In den Straßen von Rio de Janeiro herrscht Krieg. Rivalisierende Banden kämpfen um die Herrschaft im Viertel.

Es geht um Drogen und natürlich Geld.

Wer das Viertel beherrscht darf auch bestimmen wer hier Drogen verkaufen darf und wer nicht.

Und Drogen zu verkaufen bedeutet viel Geld zu verdienen, denn das Geschäft läuft gut.

Täglich werden Mitglieder der einzelnen Banden erschossen.

Doch Mané interessiert das nicht. Solange er ihnen nicht in die Quere kommt und sie ihn in Ruhe lassen interessiert in dieser Bandenkrieg nicht.

Sollen die sich doch gegenseitig umbringen! Was geht es mich an?

Lange Zeit geht dies auch gut und Mané lebt zufrieden in der Stadt Gottes.

Bis zu dem Tag als einer Bandenmitglieder Mané`s Freundin vergewaltigt und dabei beinahe umbringt.

Nun geht dieser Bandenkrieg Mané nicht mehr am Arsch vorbei.

Jetzt ist er mittendrin!

Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen mit Jesus genauso umgehen wie Mané der Stecher mit dem Bandenkrieg direkt vor seiner Haustür!

Wenn dieser Jesus einem Menschen hilft ein besseres Leben zu führen, dann schön und gut! Aber ich brauche das nicht! Ich komme auch so zurecht! Was geht es mich an?

Das ist was für schwache Menschen und Langweiler. Mit der Bibel beschäftige ich mich erst während meiner Zeit als Rentner.

Mir geht es doch ganz gut! Wozu mir dann noch diese zusätzlichen Stress mit Gott und diesen Geboten und Verboten machen?

Wir glauben, die Sache mit Jesus betrifft uns ja nicht direkt.

Ob wir uns da mal nicht irren!

Die Sache mit Jesus betrifft auch dich ganz direkt, auch du steckst da mittendrin!

Und es wäre fatal das erst nach deinem Tod herausfinden zu müssen.

Dann, wenn du vor Gott stehst und dich für dein Leben verantworten musst.

Auch Mané dachte der Bandenkrieg geht ihn ja nichts an. Erst als seine Freundin vergewaltigt wurde, wurde ihm klar, dass er schon lange mitten in diesem Krieg befand, dass dieser Krieg auch ihn etwas anging.

Doch dann war es fast schon zu spät…

Schiebe die Sache mit Gott nicht auf die lange Bank! Glaube nicht der Lüge, dass dich dieses Thema nichts angeht!

Beschäftige dich mit dem was die Bibel über unser Leben sagt. Suche Kontakt zu Christen in deiner Umgebung oder hinterlass mir hier eine Nachricht auf meinem Blog.

Warte nicht bis es zu spät ist!

Sich für Jesus verschwenden

Kennt ihr die Folge der Simpsons in der Homer beschließt ab sofort nicht mehr sonntags mit in die Kirche zu gehen, sondern es sich lieber zuhause auf der Couch gemütlich macht?

Er liegt im braunen Morgenmantel auf der Couch, trägt weiche Bärenhausschuhe und verputzt selbstgemachte Waffeln.

Nebenbei schaut er sich die Footballübertragung im Fernsehen an.

Es geht im in der ersten Zeit also sehr gut und er genießt die Zeit sonntagmorgens.

Wer kennt das nicht? Am Wochenende richtig ausschlafen zu können, um dann mit einem ausgiebigen Frühstück bis in den späten Nachmittag den Tag mit zocken, Fernsehen usw. zu verbringen, während es draußen regnet oder so beißend kalt ist und man den eigenen Atem sehen kann?

Eine Zeit lang läuft alles super für Homer und er fragt sich, wieso er es sich nicht schon früher sonntagmorgens lieber zuhause bequem gemacht hat anstatt jeden morgen so früh aus dem warmen Bett zu kriechen und in der ungemütlichen Kirche auf der kalten Sitzbank sich die langweiligen Predigten von Referent Lovejoy anhören zu müssen.

Eines Morgens jedoch schläft Homer auf der Couch ein und durch einen Kurzschluss fängt sein Haus Feuer, wodurch Homer fast erstickt und erst im letzten Moment von der Freiwilligen Feuerwehr gerettet wird.

Ich erzähle euch diese Geschichte nicht, weil die Simpsons aktuell im Kino laufen, sondern weil ich mich häufig wie Homer in dieser Folge fühle.

Ich sehne mich nach Entspannung, danach einfach nur die Füße hochlegen oder den ganzen Tag schlafen zu können!

Und deswegen verschaffe ich mir auch immer wieder selbst Entspannung und nehme mir eigene Auszeiten und Pausen.

Im ersten Moment klingt das vielleicht etwas unverständlich, denn jeder Mensch braucht doch ab und zu auch einmal Ruhe und Entspannung.

Klar, doch es geht mir auch um etwas anderes.

Ich habe mein Leben Jesus verschrieben, d.h. mein Leben gehört ihm und ich möchte tun was ER will.

Und ich merke, dass eben ich mir immer wieder meine eigenen Ruhepausen verschaffe, weil ich in diesem Punkt nicht auf Gottes Kraft vertraue.

Doch genau in diesen eigenen Ruhepausen baue ich oft den allergrößten Mist!

Genau in diesen Zeiten bin ich Gott am ehesten ungehorsam und dann fängt es auch bei mir an zu brennen.

Denn ich ziehe mich nicht nur aus meinem Alltag zurück, sondern meistens lasse ich auch Gott auf Sparflamme laufen.

Doch wahre Hingabe bedeutet, dass ein Mensch der Jesus nachfolgt in seinem Alltag nicht mehr auf sich selbst schaut und bereit ist seine eigenen Bedürfnisse hinten anzustellen!

Ein Mensch der sich für Jesus verschwendet.

Gott hat mir dies in der letzten Zeit durch einige Stellen in der Bibel deutlich gemacht.

Da ist z.B. diese Frau in Markus 14, 3-9 die Jesus mit ihrem teuren Alabasterfläschchen mit Salböl den Kopf salbt und damit alles hergibt was sie besitzt.

Oder die arme Witwe in Markus 12, 41-44 die ebenfalls alles in den Opferkasten im Tempel einlegt was sie besitzt.

Oder der reiche Mann in Markus 10, 17-23 dem Jesus indirekt die Frage stellt, ob er bereit wäre Alles für ihn herzugeben.

Ganz deutlich macht dies Jesus auch in Lukas 9, 57-61:

Es geschah aber, als sie auf dem Weg dahinzogen, sprach einer zu ihm: Ich will dir nachfolgen, wohin du auch gehst, Herr. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester; aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er sein Haupt hinlege.

Er sprach aber zu einem anderen: Folge mir nach! Der aber sprach: Herr, erlaube mir, zuvor hinzugehen und meinen Vater zu begraben. Jesus aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben, du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes.

Mir wurde dabei deutlich, dass es nicht so sehr um die materiellen Dinge ging oder darum, dass er diesem einen Menschen verbieten wollte seinen Vater zu begraben.

Sondern es geht um die innere Einstellung.

Was steht für mich an erster Stelle (V.60.61)? Bin ich bereit alles für Jesus herzugeben?

Suche ich doch lieber Bequemlichkeit und Ruhe (V.58.59)?

Eine Frage stellt Jesus auch uns zu Beginn einmal und dann jeden Tag aufs Neue:

„Bist du bereit dich für mich zu verschwenden?“

Auf einem Kalender habe ich einmal folgenden Spruch gelesen:

„Das einzige was wir wirklich besitzen ist unser Leben. Deswegen ist es auch das Einzige was wir Jesus wirklich geben können.“

Das ist eine Herausforderung der sich jeder Christ jeden Tag neu stellen muss.

Bin ich bereit Jesus wirklich vollkommen zu vertrauen?

Vertraue ich darauf, dass er mir nicht überfordert und mir die Kraft gibt die einzelnen Situationen in meinem Alltag zu bestehen?

Habe ich die Bereitschaft mich diesen Aufgaben zu stellen oder ziehe ich mich zurück?

Nehme ich mir diese Auszeiten vielleicht auch am Arbeitsplatz oder in der Schule?

„Nein, heute habe ich mal keine Lust mit meinem Kollegen oder Klassenkamerad über Jesus zu reden.“

„Die Diskussionen mit dem sind immer so anstrengend!“

Misstraue ich Jesus, dass er zuviel oder etwas von mir verlangen könnte was über meine Kraft geht?

Sich für Jesus zu verschwenden heißt doch nicht sich von Jesus verbrauchen, oder vielleicht wie man in Baden etwas deutlicher sagen würde, sich „verheizen“ zu lassen!

Jesus wird uns immer wieder die Ruhepausen geben die wir brauchen.

Er selbst hat in seinem Leben auf der Erde immer wieder Ruhepausen in Gemeinschaft mit seinem Vater gesucht.

Auch Jesus war nicht ständig am „arbeiten“.

Außerdem ist es nicht unsere Kraft aus der wir leben, sondern Gottes Kraft.

Und es gelten die Verheißungen aus 2.Korinther 12,9 und Matthäus 28,20:

[…]Meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft kommt in Schwachheit zur Vollendung.[…]

[…]Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.

Zusammenhänge in der Bibel

In den letzten beiden Monaten hat Gott mir immer wieder die Möglichkeit gegeben, mich mit dem Buch Nehemia in der Bibel zu beschäftigen.
In den letzten beiden Tagen durfte ich mich noch einmal intensiver damit beschäftigen, da ich für unseren Hauskreis eine Bibelarbeit vorbereiten musste.

Ich muss echt sagen, dass Gott mir durch dieses Buch den Zugang zum Alten Testament erschlossen hat.
Um das Buch Nehemia zu verstehen kommt man eigentlich nicht drumrum auch das Buch Esra vor Nehemia zu lesen. In der griechischen LXX und der lateinischen Vulgata heißt das Buch Nehemia sogar 2.Esra.
Man geht davon aus das beide Bücher ursprünglich ein einziges Buch bildeten.

Nun, was mir beim lesen dieser beiden Bücher zum ersten Mal bewusst wurde ist, dass das Buch Daniel zeitlich gesehen ja vor diese beiden Bücher gehört.

Einschub: Die Anordnung der Bücher in der Bibel ist in dieser Hinsicht etwas verwirrend, da das Buch Daniel dort ja erst ein paar Bücher hinter Nehemia folgt. Das ist deshalb so weil die Bücher der Bibel nach ein bestimmten Muster sortiert sind. Schon die hebräische Bibel hat solch eine Gliederung. Am Anfang steht die Tora (die 5 Bücher Mose), dann folgen die Geschichtsbücher (Josua bis Esther), dann die Weisheitsbücher (Hiob bis Hohelied), die Großen Propheten (Jesaja bis Daniel) und zum Schluß des Alten Testaments die Kleinen Propheten (Hosea bis Maleachi).

Dann wurde mir bewusst, dass sich das Buch Haggai mit seinen Prophezeiungen auf Zeit des Buches Esras bezieht (obwohl das Buch Haggai ja fast am Ende des Alten Testaments steht).
Genauso das Buch des Propheten Sacharja.

Das Buch des Propheten Maleachi, also das letzte Buch im Alten Testament, bezieht sich wiederrum auf das Buch Nehemia.

Zeitlich gesehen kann das Buch Nehemia also quasi als das letzte Buch des Alten Testaments gesehen werden, da es die letzten geschichtlichen Ereignissen des Volkes Israel (der Bau der Stadtmauer in Jerusalem) vor den Evangelien und damit dem Erscheinen Johannes des Täufers gesehen werden.

Die letzte Verheißung Gottes in Maleachi 3,23 lautet dann auch: Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, ehe der große und furchtbare Tag des Herrn kommt; und er wird das Herz der Väter den Kindern und das Herz der Kinder wieder ihren Vätern zuwenden, damit ich bei meinem Kommen das Land nicht mit dem Bann schlagen muss!

Jesus bestätigt später den Jüngern in Matthäus 17, 10-13, dass sich dieses Versprechen Gottes mit dem Kommen von Johannes dem Täufer erfüllt hatte:
Da fragten ihn die Jünger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst müsse Elija kommen? Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt und er wird alles wiederherstellen. Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden müssen. Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer sprach.

Es hat mir einfach wahnsinnig geholfen die Bücher der Bibel jetzt zeitlich einordnen zu können. Das Buch Haggai oder Maleachi kann ich nun mit einem ganz anderen Verständnis lesen, weil ich weiss für welche Zeit in der Geschichte des Volkes Israel diese Prophezeiungen gelten.

Außerdem ist es einfach krass Gottes Handeln in dieser Geschichte entdecken zu können und wie sich die ganzen Prophezeiungen zum Teil schon wirklich erfüllt haben.

Gott hatte seinem Volk in Jeremia 2, 14-25 verheißen, dass die Völker der Assyrer und Babylonier das Volk Israel angreifen würden, wenn sie Gott weiterhin ungehorsam bleiben würden.

Im Jahr 722 v. Chr. verschleppten die Assyrer tatsächlich die 10 Nordstämme des Volkes Israel und zerstreuten sie in der ganzen damals bekannten Welt (2. Könige 17, 7-18).

Im Buch Daniel lesen wir, wie der babylonische König Nebukadnezar Jerusalem belagerte und in Schutt und Asche legte und das Volk aus Jerusalem wegführte.

Danach blieben sie 70 Jahre in Gefangenschaft, genauso wie Gott es in Jeremia 25,11 angekündigt hatte.

Wirklich krass ist auch eine Verheißung in Jesaja 44,28 ff. die Gott 150 Jahre bevor der persische König Kyrus tatsächlich auftrat gibt:
der von Kyrus spricht: “Er ist mein Hirte, und er wird all meinen Willen ausführen und zu Jerusalem sagen: Werde gebaut! und zum Tempel: Werde gegründet!”

Gott nannte den persischen König namentlich, 150 Jahre bevor dieser als König von Persien den Wiederaufbau Jerusalems befahl:
Im ersten Jahr des Königs Kyrus von Persien sollte sich erfüllen, was der Herr durch Jeremia gesprochen hatte. Darum erweckte der Herr den Geist des Königs Kyrus von Persien und Kyrus ließ in seinem ganzen Reich mündlich und schriftlich den Befehl verkünden: So spricht der König Kyrus von Persien: Der Herr, der Gott des Himmels, hat mir alle Reiche der Erde verliehen. Er selbst hat mir aufgetragen, ihm in Jerusalem in Juda ein Haus zu bauen. Jeder unter euch, der zu seinem Volk gehört – sein Gott sei mit ihm -, der soll nach Jerusalem in Juda hinaufziehen und das Haus des Herrn, des Gottes Israels, aufbauen; denn er ist der Gott, der in Jerusalem wohnt. Und jeden, der irgendwo übrig geblieben ist, sollen die Leute des Ortes, in dem er ansässig war, unterstützen mit Silber und Gold, mit beweglicher Habe und Vieh, neben den freiwilligen Gaben für das Haus Gottes in Jerusalem.
Esra 1,1-4

Es ist einfach toll diese geschichtlichen Zusammenhänge in der Bibel entdecken zu können. Gott schreibt seine Geschichte mit seinem Volk und er steht zu seinen Verheißungen! Kein Mensch kann das verhindern!

Es erfüllt mich mit Respekt wenn ich z.B. in Maleachi lesen kann, wie ernst Gott die Sünde und das oberflächliche Handeln der Menschen in geistlichen Dingen nimmt.
Was er für Folgen dafür nennt und wie das Volk Israel diese in den Büchern der Könige, im Buch Daniel usw. tatsächlich zu spüren bekommt.

Wie oft nehme ich die Sünde in meinem Leben auf die leichte Schulter oder handle oberflächlich in geistlichen Dingen, laber einfach so daher oder ziehe mich aus der Verantwortung?

Das macht mir irgendwie noch mehr bewusst wie dankbar wir dafür sein können, dass Jesus unsere Sünden auf sich genommen hat und das “jeder der an ihn glaubt nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat”. (Johannes 3, 16)

Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Strafe auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt.
Jesaja 53,5

Theorie und Praxis

Ich schreibe seit ca. 2 Jahren sehr unregelmäßig so eine Art Tagebuch, in dass ich einzelne Bibelverse, die mir wichtig geworden sind, und kurze Gedanken reinschreibe. Etwas, das mich gerade beschäftigt weil es mir Probleme in meiner Beziehung zu Gott bereitet. Z.B. liebt Gott mich wirklich? Wieso kriege ich ein bestimmtes Problem immer noch nicht in den Griff? usw.
Teilweise schreibe ich da auch ganz tolle geistliche Erkenntnisse dazu. Geistliche Wahrheiten, sprich Ursachen und Lösungen für diese bestimmten Probleme.

In den letzten Tagen habe ich mal so die Einträge aus dem Jahr 2005 gelesen und musste feststellen, dass ich heute teilweise noch mit den gleichen Problemen wie vor 2 Jahren zu kämpfen habe!
Und das Gott mir auch schon damals viele Dinge klar gemacht hatte, die ich teilweise heute wieder neu entdecke.

Da stellt man sich dann natürlich die Frage, woran liegt das? Gibt es einen Grund dafür, dass ich immer wieder mit den gleichen Probleme zu kämpfen habe, obwohl Gott mir dazu schon vor 2 Jahren seine Wahrheit offenbart hat?

Ich kam zu folgendem Schluss: Ich sammle soviel theoretisches Wissen und geistliche Erfahrungen, doch anstatt dieses theoretische Wissen dann gleich in die Praxis umzusetzen bleibe ich bei der Theorie stehen!

Doch was ist das für ein Glaube? Es gibt Tatsachen, die Jesus am Kreuz für uns vollbracht hat und die wir durch Glauben für uns real machen dürfen. “Ich spreche hier nicht von den Verheißungen sondern von den Tatsachen. Verheißungen werden uns durch den Geist Gottes offenbart, damit wir sie ergreifen. Doch Tatsachen bleiben Tatsachen, unabhängig davon ob wir sie im Glauben ergreifen oder nicht.” (Watchman Nee)

Aber wie oft begnüge ich mich mit der trockenen, leblosen Theorie!

Ich kann noch soviel von theoretisches Zeug über den Frieden des Heiligen Geistes in meinem Leben reden, es wird doch nur trockene Theorie bleiben wenn ich mich mit der Theorie begnüge und nicht Gottes Tatsachen praktisch einfordere, im Glauben wahr mache!

Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue[...]
Galater 5,22

Der Heilige Geist verspricht inneren Frieden, doch was tust du wenn du diesen inneren Frieden in deinem Leben nicht erfährst? Begnügst du dich dann mit der Theorie? Solltest du diesen versprochenen Frieden nicht bei Gott einfordern und nicht eher Ruhe geben bis du ihn erlangt hast?

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.
Hebräer 11,1

In der Theorie kann ich auch glauben das Jesus bei mir ist, wenn ich meinen Freunden von ihm erzähle. Doch auch das wird nur Theorie bleiben wenn ich dieses Versprechen nicht im Glauben annehme und dann praktisch umsetze indem ich eben meinen Freunden wirklich von Jesus erzähle!

Die englische “New Translation” übersetzt den ersten Teil von Hebräer 11,1 besonders gut:

Glaube ist die Substantiierung der Dinge, auf die man hofft…

Der griechische Ausdruck beinhaltet nämlich auch eine Handlung und nicht nur etwas Statisches.

“Glaube macht die wirklichen Dinge für meine Erfahrung wirklich.”
(Watchman Nee)

Ich mache oft die Erfahrung das wir soviel theoretisches Wissen über den Glauben besitzen und auch gerne darüber reden. Aber selten setzen wir diese Theorie auch in die Praxis um.

Doch wie wird das später mal im Himmel? Ich glaube nicht, dass unser theoretisches Wissen dort irgendeinen Wert haben wird. Auch unseren Doktor der Theologie werden wir mit Sicherheit am Eingang abgeben müssen.
Ein Freund hat es etwas vielleicht krass ausgedrückt: “das wird alles in eine Tonne geschmissen werden und zum heizen für die Hölle verwendet.”

Im Himmel wird nur die Praxis von Wert sein. Das was wir durch Jesus getan haben.

Die guten Werke, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir darin wandeln sollen.
Epheser 2,10

Als ich letzten Sonntag aus dem Lobpreisgottesdienst kam fragte mich ein Bruder aus der Gemeinde: “Und wie fandest du den Gottesdienst?”
“Super!”
“Und was nimmst du mit, was du gleich morgen praktisch in deinem Alltag umsetzen möchtest?”

Der Gottesdienst wäre wahrscheinlich fast umsonst gewesen, wenn er mich nur gefühlsmäßig oder theoretisch angesprochen hätte, ich aber nichts praktisches hätte mitnehmen können.

Ich will ab sofort einfach viel mehr praktisch mit Gottes Handeln und einfach seiner Anwesenheit in meinen Alltagsituationen rechnen!
Ich möchte damit rechnen, dass er in jeder Situation handeln möchte.
Im Gespräch mit meinen Kollegen oder meinem Chef, wenn ich keine Geduld mehr habe, dass er mir seine Geduld schenkt.
Wenn ich über ihne rede, dass ich darauf vertraue das er mir die richtigen Worte eingibt.
Und und und…