Ich schreibe seit ca. 2 Jahren sehr unregelmäßig so eine Art Tagebuch, in dass ich einzelne Bibelverse, die mir wichtig geworden sind, und kurze Gedanken reinschreibe. Etwas, das mich gerade beschäftigt weil es mir Probleme in meiner Beziehung zu Gott bereitet. Z.B. liebt Gott mich wirklich? Wieso kriege ich ein bestimmtes Problem immer noch nicht in den Griff? usw.
Teilweise schreibe ich da auch ganz tolle geistliche Erkenntnisse dazu. Geistliche Wahrheiten, sprich Ursachen und Lösungen für diese bestimmten Probleme.
In den letzten Tagen habe ich mal so die Einträge aus dem Jahr 2005 gelesen und musste feststellen, dass ich heute teilweise noch mit den gleichen Problemen wie vor 2 Jahren zu kämpfen habe!
Und das Gott mir auch schon damals viele Dinge klar gemacht hatte, die ich teilweise heute wieder neu entdecke.
Da stellt man sich dann natürlich die Frage, woran liegt das? Gibt es einen Grund dafür, dass ich immer wieder mit den gleichen Probleme zu kämpfen habe, obwohl Gott mir dazu schon vor 2 Jahren seine Wahrheit offenbart hat?
Ich kam zu folgendem Schluss: Ich sammle soviel theoretisches Wissen und geistliche Erfahrungen, doch anstatt dieses theoretische Wissen dann gleich in die Praxis umzusetzen bleibe ich bei der Theorie stehen!
Doch was ist das für ein Glaube? Es gibt Tatsachen, die Jesus am Kreuz für uns vollbracht hat und die wir durch Glauben für uns real machen dürfen. “Ich spreche hier nicht von den Verheißungen sondern von den Tatsachen. Verheißungen werden uns durch den Geist Gottes offenbart, damit wir sie ergreifen. Doch Tatsachen bleiben Tatsachen, unabhängig davon ob wir sie im Glauben ergreifen oder nicht.” (Watchman Nee)
Aber wie oft begnüge ich mich mit der trockenen, leblosen Theorie!
Ich kann noch soviel von theoretisches Zeug über den Frieden des Heiligen Geistes in meinem Leben reden, es wird doch nur trockene Theorie bleiben wenn ich mich mit der Theorie begnüge und nicht Gottes Tatsachen praktisch einfordere, im Glauben wahr mache!
Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue[...]
Galater 5,22
Der Heilige Geist verspricht inneren Frieden, doch was tust du wenn du diesen inneren Frieden in deinem Leben nicht erfährst? Begnügst du dich dann mit der Theorie? Solltest du diesen versprochenen Frieden nicht bei Gott einfordern und nicht eher Ruhe geben bis du ihn erlangt hast?
Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.
Hebräer 11,1
In der Theorie kann ich auch glauben das Jesus bei mir ist, wenn ich meinen Freunden von ihm erzähle. Doch auch das wird nur Theorie bleiben wenn ich dieses Versprechen nicht im Glauben annehme und dann praktisch umsetze indem ich eben meinen Freunden wirklich von Jesus erzähle!
Die englische “New Translation” übersetzt den ersten Teil von Hebräer 11,1 besonders gut:
Glaube ist die Substantiierung der Dinge, auf die man hofft…
Der griechische Ausdruck beinhaltet nämlich auch eine Handlung und nicht nur etwas Statisches.
“Glaube macht die wirklichen Dinge für meine Erfahrung wirklich.”
(Watchman Nee)
Ich mache oft die Erfahrung das wir soviel theoretisches Wissen über den Glauben besitzen und auch gerne darüber reden. Aber selten setzen wir diese Theorie auch in die Praxis um.
Doch wie wird das später mal im Himmel? Ich glaube nicht, dass unser theoretisches Wissen dort irgendeinen Wert haben wird. Auch unseren Doktor der Theologie werden wir mit Sicherheit am Eingang abgeben müssen.
Ein Freund hat es etwas vielleicht krass ausgedrückt: “das wird alles in eine Tonne geschmissen werden und zum heizen für die Hölle verwendet.”
Im Himmel wird nur die Praxis von Wert sein. Das was wir durch Jesus getan haben.
Die guten Werke, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir darin wandeln sollen.
Epheser 2,10
Als ich letzten Sonntag aus dem Lobpreisgottesdienst kam fragte mich ein Bruder aus der Gemeinde: “Und wie fandest du den Gottesdienst?”
“Super!”
“Und was nimmst du mit, was du gleich morgen praktisch in deinem Alltag umsetzen möchtest?”
Der Gottesdienst wäre wahrscheinlich fast umsonst gewesen, wenn er mich nur gefühlsmäßig oder theoretisch angesprochen hätte, ich aber nichts praktisches hätte mitnehmen können.
Ich will ab sofort einfach viel mehr praktisch mit Gottes Handeln und einfach seiner Anwesenheit in meinen Alltagsituationen rechnen!
Ich möchte damit rechnen, dass er in jeder Situation handeln möchte.
Im Gespräch mit meinen Kollegen oder meinem Chef, wenn ich keine Geduld mehr habe, dass er mir seine Geduld schenkt.
Wenn ich über ihne rede, dass ich darauf vertraue das er mir die richtigen Worte eingibt.
Und und und…
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