Archive for September, 2007

Linie 7: Die Reihenfolge ändern

Linie 7: Die Reihenfolge ändern

Ich hatte ja schon öfters mal angekündigt, auch mal etwas über die Situation in unserem Treff für Junge Erwachsene, sprich Linie 7, zu schreiben, hab das aber irgendwie bisher noch nie gemacht.

Dabei wäre das doch ganz cool, gerade auch für die Leute die auch immer wieder gerne für Linie 7 beten möchten.

Deswegen habe ich heute beschlossen in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder etwas über Linie 7 zu schreiben, was uns als Team gerade so beschäftigt und was sonst so abgeht.

Und heute möchte ich gleich damit anfangen: Die letzten Monate waren für uns als Linie 7 Team nicht gerade einfach, irgendwie ging nichts so wirklich voran und die Motivation blieb auch irgendwo auf der Strecke.

Die Besucherzahlen gingen sehr stark zurück und es kamen eigentlich auch keine neuen Leute mehr (was eigentlich unser Hauptanliegen ist).

Vor einem Jahr gab es Zeiten wo 60-70 Leute an einem Abend zu Besuch waren. In den letzten Monaten waren es oft nur 10.

Wir machen unsere Arbeit nicht von Besucherzahlen abhängig, doch wir spürten einfach, dass in unserer Arbeit irgend etwas schief lief oder liegt.

Ist unsere Zielgruppe vielleicht doch eine andere? Sollen wir uns zur Zeit vielleicht mehr auf die Menschen die schon in der Gemeinde sind konzentrieren, oder doch weiter auf Leute die noch nichts mit Jesus am Hut haben? Soll das Konzept geändert werden?

Wir suchten unser Problem also irgendwie fast nur in unserer Struktur.

Für heute Abend hatten wir dann eine Leiter-Besprechung angesetzt, um über die Situation in Linie 7 zu sprechen.

Ich ging wie gesagt davon aus, dass unser Problem in der Struktur unserer Arbeit liegt, dass diese Art von Jungen Erwachsenen-Arbeit, wie wir sie bisher gemacht hatten, jetzt einfach nicht mehr funktioniert und das wir deshalb evtl. umdenken und die Struktur ändern müssten.

Mit dieser Erwartung bin ich dann auch in die Besprechung gegangen. Doch Jesus hat heute unseren Blick auf etwas ganz anderes gerichtet.

Der Leitvers, der von anfang an über unserer Arbeit stand, war Johannes 13,35:

Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.

Und gerade zu Beginn unserer Arbeit bekamen wir ganz oft das Feedback (obwohl wir dachten das wir noch meilenweit von diesem Ziel entfernt wären): “Man spürt das hier etwas anders ist in dieser Gemeinschaft.”

Und für manche war das ein Faktor, wieso sie sich für ein Leben mit Jesus entschieden.

Jesus hat uns heute Abend klar gemacht, dass wir einen entscheidenden Fehler gemacht haben in den letzten Monaten: Wir haben die Organisation, die Struktur, die Methoden, die Aufgaben, die Arbeit usw. über Jesu Ziel gesetzt: Verlorene Menschen zu retten.

Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten.
(Johannes 12,46.47)

Das Wort ist glaubwürdig und wert, dass man es beherzigt: Christus Jesus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten.
(1.Timotheus 1,15)

Wir haben die Reihenfolge vertauscht. Anstatt das an erster Stelle die Menschen stehen, hat sich jeder zuerst auf seine Aufgabe konzentriert und dann erst kam die Gemeinschaft mit den Leuten die zu Linie 7 kommen.

Doch wenn man sich Jesu Leben hier auf der Erde anschaut, dann sieht man auch, dass Jesus seine Energie nicht damit verschwendet hat Strukturen und Methoden für erfolgreiche Gemeindearbeit zu entwickeln, sondern das es ihm nur darum ging Menschen zu retten.

Strukturen und Organisation sind wichtig, um das Zusammenleben und die Zusammenarbeit zu ermöglichen, wie es auch die Beispiele besonders in der Apostelgeschichte und auch in den Briefen des Neuen Testaments zeigen, aber beides darf niemals über dem eigentlichen Ziel Jesu stehen: Sünder zu retten.

Wie sagt Jesus in Matthäus 22, 36-40 auf die Frage eines Mannes, welches das wichtigste Gebot sei:

Meister, welches Gebot im Gesetz ist das wichtigste? Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten.

Und deswegen ist es unser Anliegen, uns diese Liebe für unsere Mitmenschen wieder neu von Gott schenken zu lassen und uns wieder nur darauf zu konzentrieren.

Das soll unser Anliegen für die nächsten Freitagabende sein und ich bin gespannt was Gott tun wird!

Ich will es etwas krasser formulieren: Scheiß auf die Strukturen und Methoden und kümmer dich wieder darum deinen Gott zu lieben und deinen Nächsten wie dich selbst!

Es tut so unglaublich gut zu spüren das Jesus hinter unserer Arbeit steht und das er uns in seiner Liebe immer wieder korrigiert und unseren Blick gerade rückt.

Falls du für unsere Arbeit beten möchtest, hier einige Anliegen kurz zusammengefasst:

- Wir danken Gott dafür das er unsere Arbeit führt, hält und uns immer wieder korrigiert
- Wir danken für all die Menschen die schon in Linie 7 waren
- Wir danken für alle Leute die in Linie 7 mitarbeiten

- Wir bitten um Liebe und Gemeinschaft
- Wir bitten um neue Motivation und um eine neue Belebung unserer Arbeit
- Wir bitten weiter um Gottes Führung und um Weisheit für die nächsten Schritte

Das Evangelium ist ganz einfach!

Das Evangelium ist ganz einfach!

Ein Satz der mich nun schon einige Tage verfolgt ist „Das Evangelium ist ganz einfach“.
Ich habe ihn in einem Beitrag auf storch’s Blog gelesen.

Eigentlich habe ich diese Aussage in meinem Kopf auch schon etwas umformuliert: „Der Glaube ist ganz einfach“.

Wieso beschäftigt mich dieser Satz?

Nun ich habe Gott in letzter Zeit immer wieder die Frage gestellt:

„Wie kann ich deine Kraft in meinem Alltag deutlicher erfahren? Was muss ich dafür tun bzw. was mache ich falsch wenn von dir in meinem Alltag so wenig sichtbar ist?
Wo sind die Wunder das Menschen sich bekehren, geheilt werden usw.?
Ich erlebe dich zwar, aber ich will mehr von dir!
Wieso ist das alles so kompliziert?“

Und dann lese ich diesen Satz: „Glaube ist ganz einfach!“

Und langsam beginne ich zu verstehen.

Einen Vers aus der Bibel, den ich mit diesem Satz in Verbindung bringe, ist die Definition des Glaubens aus Hebräer 11,1:

Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.

Es ist vor allem wieder der letzte Teil des Verses:

Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.

Ich habe dieses Thema auch schon in einem meiner letzten Beiträge behandelt, aber ich muss diese Gedanken einfach noch einmal zum Ausdruck bringen.

Wie ich schon damals schrieb, übersetzt die englische „New Translation“ – Übersetzung diesen Vers mit:

Glaube ist die Substantiierung der Dinge, auf die man hofft…

Und genau das ist es!

Wieso ist der Glaube so einfach?

Um Glauben zu können muss ich nicht besonders viel Wissen haben.

Grundlage ist und bleibt der stellvertretende Tod von Jesus am Kreuz für die Sünde jedes einzelnen Menschen, wodurch der Mensch wieder Zugang zu Gott hat.

Das darf ich wie ein Kind im Glauben für mich wahr machen, dafür muss ich keine Gegenleistung bringen!

Dann folgt das Jesus nicht nur mich als Sünder erlöst und für alle meine begangenen und zukünftigen Sünden gestorben ist, sondern das mit ihm auch mein altes sündhaftes Ich gestorben ist, das sich nie bekehren wird und damit weiter unfähig ist Gott gehorsam sein zu können.

Für mich heißt es nun also:

Ich bin mit Christus gekreuzigt worden; nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir.
(Galater 2,19.20)

Auch das darf ich und muss ich jeden Tag für mich im Glauben wahr machen (substantiieren)!

Und hier zeigt sich für mich schon, wieso Glaube (das Evangelium) so einfach ist und Hebräer 11,1 es ja eigentlich auch schon sagt:

Es geht darum die Tatsachen, die durch Jesu Tod schon wahr geworden sind, nun auch für mich hier auf der Erde wahr zu machen.

Das ist Glaube.

Ich brauche nicht viel theoretisches Wissen und es würde mir auch nicht viel bringen, wenn ich himmlischen Tatsachen (Wahrheiten) nicht für mich real mache indem ich sie praktisch lebe.

Seit ich Christ wurde lese ich wieder ungemein viele christliche Bücher. Und ich glaube, dass ich immer nur mehr Bücher gelesen habe, mit der Hoffnung endlich soviel Wissen angesammelt zu haben damit es in meinem Kopf endlich Klick macht und das mit dem Glauben dann automatisch funktioniert.

Aber das wird es nicht.

Ich brauche kein Wissen aus irgendwelchen Büchern.

Bücher können dazu da sein uns das Wort Gottes verständlicher zu machen, aber sie können Gottes Wort niemals ersetzen!

Es gilt die Verheißungen Gottes aus der Bibel zu kennen und diese im Glauben anzunehmen und zu leben.

Friedhold Vogel beschreibt in seinem Buch „Handbuch der neutestamentlichen Verheißungen“:

„Verheißungen sind die Blankoschecks Gottes. Kinder Gottes haben die Vollmacht, sie an der „Bank Gottes“ einzulösen.“

Jarrn hat sich in seinem letzten Post gefragt ob es im Himmel Platz für Intellektuelle gibt?

Ich möchte diese Frage übernehmen und sagen: Ja sicher, aber auch dem Intellektuellen wird sein Wissen nichts bringen wenn er es nicht praktisch anwendet (zumindest was den Glauben betrifft).

Das ist die Einfachheit des Glaubens und irgendwie die größte Herausforderung zugleich, denn hier zeigt sich ob wir Gottes Wort wirklich vertrauen.

Christsein im Alltag – Zeugnis sein

Christsein im Alltag – Zeugnis sein

In Johannes 9 lesen wir einen krassen Bericht:Eines Tages kommt Jesus mit seinen Jüngern an einem Menschen vorbei, der von Geburt an blind ist.

Dieser Mann sitzt in den staubigen Straßen von Jerusalem und muss wegen seiner schweren körperlichen Behinderung seinen Lebensunterhalt durch Betteln verdienen.

Doch Jesus tut das Unglaubliche: Er schenkt diesem Mann sein Sehvermögen wieder!

Dieses Wunder bleibt natürlich nicht lange unbemerkt bei den Nachbarn des Mannes:

Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich.
Er selbst aber sagte: Ich bin es.

Und natürlich wollen allen wissen, wieso er plötzlich wieder sehen kann!

Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden?

Und er bezeugt:

Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte wieder sehen.

Seine Nachbarn und die anderen zögern nicht lange und bringen den Mann direkt zu den damaligen religiösen Führern, zu den Pharisäern.

Auch dort bezeugt der Mann was Jesus mit ihm getan hat und was mit ihm passiert ist.

Die Pharisäer wollen es natürlich ganz genau wissen, denn sie glauben nicht das Jesus Gottes Sohn sein soll.

Wie soll ein ganz normaler Mensch so ein Wunder tun können?

Wieder antwortet der Mann nur:

Ob er ein Sünder ist (also ob Jesus nur ein ganz normaler Mensch ist), weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehen kann.

Dieser Mann bezeugt nicht mehr und nicht weniger als das, was Jesus an ihm getan hat!

Von diesem Bericht können wir sicherlich so einiges lernen, aber mir geht es heute nur um eine Aussage dieses Mannes den Jesus geheilt hat:

Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehen kann.

Jeder von uns darf bezeugen was Jesus in seinem Leben schon getan hat.

Wenn ich bei einem Unfall vor Gericht als Zeuge auftrete, dann geht es nur darum wahrheitsgemäß zu berichten was ich gesehen oder erlebt habe.

Ob der Angeklagte letztlich freigesprochen wird, oder wer die Person war die den Unfall verursacht hat, dass spielt für mich als Zeuge keine Bedeutung.

Genauso darf es auch bei einem Christen sein wenn er Zeugnis davon gibt was er mit Jesus in seinem Alltag erlebt hat:

Ich berichte von dem was ich erlebt habe. Da muss ich nichts theologisch erklären oder das irgendwie auslegen oder interpretieren.

Ob die Menschen mir glauben oder nicht liegt nicht in meiner Verantwortung!

Ich bezeuge erst einmal nur das was ich erlebt habe!

Genau wie es dieser Mann in Johannes 9, 25 sagt.

So war es und das habe ich erlebt. Punkt.

Alles andere fragt ihr ihn (Jesus) am besten selbst.

Die Fragen die ich dir heute Abend mitgeben will:

Gibst du deinen Mitmenschen Zeugnis von dem was Jesus in deinem Leben getan hat?

Das Open Mic hier soll dazu da sein von dem zu erzählen, was du mit Jesus erlebt hast.

Deswegen heißt es ja auch „Open“ – Offen, frei für jeden zugänglich.

Ich höre immer wieder das es den Leuten gut tut wenn sie persönliche Zeugnisse hören.
Also wieso nur Konsument sein und nicht den anderen mal etwas mitgeben was sie erbaut, was ihnen gut tut?

In Markus 5,19 heißt es, nachdem Jesus einen von Dämonen besessenen befreit hat:

Geh in dein Haus, zu den Deinen, und verkündige ihnen, welch große Dinge der Herr an dir getan hat und wie er sich über dich erbarmt hat!

Oder Paulus gibt Timotheus in 2. Timotheus 1, 8 folgende Anweisung:

Schäme dich also nicht, dich zu unserem Herrn zu bekennen; schäme dich auch meiner nicht, der ich seinetwegen im Gefängnis bin, sondern leide mit mir für das Evangelium. Gott gibt dazu die Kraft:

Ich erzähle oder lebe ja keine Lüge wenn ich von Jesus Zeugnis gebe!

Ich erzähle von den praktischen Auswirkungen von Gottes Liebe zu uns Menschen, ich gebe Gottes Liebe zu uns Menschen weiter!

Ich gebe Zeugnis von etwas schönem, was sich lohnt nachzufolgen und lasse andere daran teil haben, was wiederum ihnen gut tut.

Bei allem dürfen wir auch immer wissen, dass wir nicht aus eigener Kraft versuchen sollen christlich zu sein, sondern das nur der Heilige Geist uns die Kraft dazu geben kann so zu leben wie es Jesus gefällt:

Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.
(Apostelgeschichte 1,8)

Weil wir die Kraft des Heiligen Geistes empfangen haben können wir auch seine Zeugen sein.

Und auch wenn es manchmal Überwindung kostet, es gibt nichts Schöneres als den Heiligen Geist in Aktion zu erleben!

Es wäre cool, wenn man über diese Dinge auch hier in Linie 7 einfach mal ins Gespräch kommt.

Damit wir auch einfach füreinander beten können und damit vor Gott kommen können.