Monthly Archive for Oktober, 2007

Liebe: Entscheidung vs. Empfinden

Ich habe ein Problem mit Liebe und deswegen möchte ich heute darüber reden.

Das soll jedoch keine Predigt werden, sondern eher ein persönlicher Erfahrungsbericht.

Manchmal, wenn mich ein Thema besonders begeistert, dann frage ich ganz viele verschiedene Leute dazu, was sie denn davon denken.

Auch diese Woche habe ich ein paar Leute danach gefragt, was denn eigentlich Liebe sei?

Aber irgendwie konnte mir in meinem Bekanntenkreis niemand sagen, was Liebe eigentlich ist.

Also habe ich als moderner Mensch dann auch mal danach „gegoogelt“. Doch auch da gehen die Meinungen weit auseinander.

Doch zuerst einmal wieder die Frage, wieso erzähle ich euch das ganze?

Nun, ich muss sagen, dass es mir heute immer noch schwer fällt, Gottes Liebe anzunehmen oder für mich zu akzeptieren.

Es ist ja auch schwer, wenn man gar nicht richtig weiß, was Liebe eigentlich ist.

Kannst du für dich diese Frage beantworten? Was ist für dich Liebe?

Ist Liebe das gleiche wie verliebt zu sein?

Wenn ja, dann wäre Liebe nichts weiter als ein Gefühl.

Okay, und wenn ich nichts fühle, dann liebe ich auch nicht.

D.h. ich liebe auch Gott nicht, weil ich es so selten fühle?

Dann habe ich versagt, wenn die Bibel davon spricht, du sollst deinen Gott lieben

Wie oft habe ich insgeheim dafür gebetet: „Herr, hilf mir dich zu lieben!“ und habe dabei Liebe mit Verliebt sein verwechselt.

Denn Liebe ist in erster Linie kein Gefühl und die Grundlage von Liebe sind nicht meine Gefühle!

Wie oft habe ich schon den Satz gehört „Liebe ist eine Entscheidung“, und habe ihn trotzdem nicht verstanden.

Ich entscheide mich zu lieben, okay, aber wo bleiben jetzt die Gefühle?
Kornelius Novak schreibt in seinem Buch „Christus verkörpern – Gottes Willen verwirklichen“ :

„Liebe heißt: Eine Entscheidung zu treffen, nachdem man zu der Überzeugung für das Gute und Richtige gekommen ist, und sich dann der Sache konsequent hinzugeben. Das ist die Liebe mit der Gott liebt und die Liebe, die Gott von uns erwartet.[...]
Die entsprechenden Gefühle werden dann natürlich auch nicht ausbleiben, aber sie sind nicht das Fundament der Liebe.“

Gott zu lieben hat also in erster Linie nichts mit Gefühl zu tun.

Gott zu lieben heißt eine Entscheidung zu treffen. Dafür, auf ihn und sein Wort zu hören und danach zu handeln.

Jesus antwortete ihm: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.
Johannes 14,23

Bei einer Hochzeit wird das Brautpaar auch nicht gefragt, wie es sich denn im Moment fühle, sondern ob es in guten wie in schlechten Zeiten zusammenbleiben will.

Auch Gott hat sich für den Menschen entschieden – aus Liebe.

Gott tut aus Liebe das Gute und Richtige für alle Menschen (auch wenn wir Menschen das nicht immer sofort erkennen).

Aus Liebe ist Gott in jeder Beziehung wohlwollend.

Gottes Liebe ist am deutlichsten am Leiden und Tod von Jesus zu sehen.

„Keine Abscheulichkeit der Menschen konnte Gott davon abhalten in Jesus Christus auf diese Erde zu kommen um sich stellvertretend für uns am Kreuz hinzugeben. Was fühlte Jesus? Rosarote Wölkchen im Bauch?
Nein, aber er starb aus Liebe zu uns! [...]

Gottes liebevolle und wohlwollende Absicht ist das gelingende Leben aller geschaffenen Kreaturen in ihren Beziehungen.“
(K.Novak)

Die ideale Predigt

Die ideale Predigt ist gut oder kurz.
Wenn sie nicht gut ist, dann ist sie zumindest kurz.

Viva la revolution

Letzten Mittwoch haben ja einige von uns den Tag der Deutschen Einheit gefeiert

(wobei sich jeder 5. Deutsche oder so die Mauer zurückwünscht, naja…).

Dieser Tag ist aber trotzdem etwas Besonderes.

Die Wiedervereinigung war irgendwie eine Art Revolution.

Eine Revolution, die sogar weitestgehend friedlich ablief.

Wer kennt sie nicht, die großen Revolutionäre, Menschen, die mit den Bedingungen oder dem politischen System in ihrem Land nicht zufrieden waren, und deshalb zum großen Umsturz, oft in Verbindung mit Waffengewalt, aufriefen.

Die bekanntesten sind sicherlich Karl Marx, Lenin, Ernesto Che Guevara oder Jesus Christus…

Wie bitte? Jesus Christus? Kann man Jesus wirklich mit Che Guevara vergleichen?

War Jesus wirklich ein Revolutionär?

Ich würde sagen ja.

Auch wenn seine Art der Revolution sich mit nichts auf der Welt vergleichen lässt.

In den Augen der damaligen geistlichen jüdischen Elite war Jesus auch ein Revolutionär, ein Rebell, ein Aufrührer, dem es darum ging, dass damalige religiöse System der Juden „umzuwerfen“.

Das er ihre religiösen Überlieferungen und Gesetze aufhebt und stattdessen neue Lehren verbreiten würde.

Doch was sagte Jesus selbst?

Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. (Matthäus 5,17)

Was bedeutet eigentlich Re-volution?

Heute versteht man unter Revolution tatsächlich mehr einen gewaltsamen Umsturz eines politischen Systems o.ä.

Doch die eigentliche Bedeutung kommt eher von „Zurückwälzen“ oder „Umdrehen“.

Damals war damit tatsächlich eher ein „zum Ausgangspunkt zurückkehren“ oder „die Ordnung wiederherzustellen“ gemeint.

Dass eine Revolution im heutigen Sinn etwas Neues schüfe, hat sich erst nach 1789 (nach der franz. Revolution) als Auffassung durchgesetzt.

Aber was unterscheidet Jesus eigentlich von den ganzen anderen Revolutionären (wenn man ihn denn als Revolutionär ansehen möchte)?

Es ging Jesus nicht darum, ein religiöses System durch ein neues, besseres zu ersetzen, sondern darum „zu retten, was verloren ist“ (Lukas 19,10)

Paulus schreibt in 1.Timotheus 2,4-6:

er (Jesus) will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.

Jesus selbst sagt über sich:

Ich bin das Licht, das in die Welt gekommen ist, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt. (Johannes 12,46)

Jesus ging es darum, die Menschen wieder in ihre eigentliche Bestimmung zurückzuführen, die Beziehung zu Gott wieder zu ermöglichen.

Fast alle Revolutionen wurden gewaltsam durchgeführt, viel Blut wurde dabei vergossen.

Die französische Revolution, die amerikanischen Unabhängigkeitskriege, die kubanische Revolution…

Und Jesus?

Jesus hat nie Gewalt angewendet oder zur Waffengewalt aufgerufen.

Jesus hat sein Reich nicht mit dem Blut seiner Untertanen gestiftet, sondern mit seinem eigenen.

Jesus hat seine Energie nicht damit verschwendet, neue religiöse oder politische Systeme und Methoden durchzusetzen, sondern es ging ihm immer um eines: um dich!

Jesus will, dass du das Leben hast, Leben im Überfluss (Johannes 10,10).

Dafür hat sich der Sohn Gottes auslachen, anspucken, misshandeln und letztendlich grausam an ein Kreuz nageln lassen, damit du Zugang zu Gott hast.

 

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Er war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. (Philipper 2,6-8)

Das ist für mich immer wieder so unbegreiflich, dass Gott Mensch wurde, sich so etwas antun lassen konnte, nur um mich unfähigen Menschen zu retten.

Und das er trotzdem zu mir hält, obwohl ich ihn immer wieder enttäusche.

Wie ein König, in seiner ganzen Schönheit und Reinheit, mit seinem ganzen Status als Herrscher, Adliger usw., sich in den Dreck begibt, nur um zu retten was verloren ist.

Und das obwohl ich, wenn ich ehrlich zu mir bin, eigentlich zu nichts zu gebrauchen bin.

Als ob die Queen von England sich für einen einfachen Obdachlosen in eine Pfütze mit Dreck legen würde, nur damit der mit trockenen Füssen weiterlaufen kann, obwohl er nicht mal Schuhe hat.

Irgendwie reicht kein Bild aus, um das auch nur annähernd beschreiben zu können.

Aber es ist wahr, und auch du darfst dieses Geschenk für dich annehmen und das auch jeden Tag aufs Neue!

Es geht mir heute darum, die Schönheit und die Größe der Person Jesus näher zu bringen.

Das Jesus so anders war als alle Revolutionäre vor ihm oder nach ihm.

Alle großen Revolutionäre kamen und gingen von sich aus, ihr Kommen wurde vorher nicht angekündigt.

Nur Jesu Kommen wurde schon 2000 Jahre durch die Bibel angekündigt.

Keine Revolution, die so klein angefangen hat und die nicht mit Waffengewalt durchgesetzt wurde, hat so große Kreise geschlagen und hat noch bis heute Auswirkungen auf ganze Nationen.

Den meisten Revolutionären ging es darum, dass die Dinge in ihrer Umgebung zu ändern, doch keiner konnte dir so ein Angebot machen wie Jesus es macht:

Nämlich dir das Leben zu geben, Leben im Überfluss. (Johannes 10,10)

Aber auch eine andere Jesus-Art möchte ich heute weitergeben, nämlich dass es Jesus in zu aller erst um die Menschen geht und die Liebe zu ihnen.

Und deswegen ist es unser Anliegen, dass auch wir uns diese Liebe für unsere Mitmenschen wieder neu von Gott schenken lassen und uns wieder neu auf unsere Mitmenschen zu konzentrieren.

Das soll unser Anliegen für die nächsten Freitagabende sein und ich bin gespannt was Gott tun wird!

Das Wollen und Vollbringen

Der Onkel meines Vaters, also quasi mein Großonkel, liegt im Sterben.

Früher, wenn wir auf der Sommer-Freizeit der Bibelschule Brake waren, haben wir ihn und seine Frau oft in Münster besucht.
Leider ist das schon einige Jahre her und ich habe die beiden schon lange nicht mehr gesehen oder mit ihnen gesprochen.

Letzten Samstag hatte ich von Gott den Eindruck, dass ich doch mal meine Großtante (die Frau meines Großonkels) anrufen sollte.
Ich hab dann nur gedacht:”Ich habe doch noch nie dort angerufen! Was soll ich denn dann sagen und so?”

Naja,ich hab dann erst einmal nicht angerufen und mir von meiner Mutter trotzdem vorsichtshalber mal die Nummer geben lassen.

Heute hatte ich ihm Gebet dann wieder den Eindruck, dass ich bei meiner Großtante anrufen soll. Diesmal hab ichs dann einfach gemacht.

Sie hat sich wirklich total gefreut und das Gespräch wirklich total schön. Sie hat mir versprochen auch meinem Großonkel davon zu erzählen, und gesagt dass ihn das sicherlich auch freuen wird, dass ich angerufen habe.
Das hat mich dann auch gefreut.

Wie hat Friedhold Vogel mal passend gesagt:

“Jedem Kind Gottes steht die Kraft des Heiligen Geistes durch den in uns wohnenden Heiligen Geist zur Verfügung. Dieser verhilft selbst dem “schwächsten Kind Gottes” zum Beginn eines geistlichen Gesprächs oder zur Danksagung oder zum ersten Schritt demütigen Dienens (oder dazu seine Großtante anzurufen; Anm.d.Red.).
Wenn Sie auf die Impulse des Geistes eingehen und sich ihm zur Verfügung stellen, (ihre Großtante anrufen; Anm.d.Red)[...]werden in der Bereitschaft, im Glauben und im Gehorsam den ersten Schritt zu tun, neue Kräfte des Heiligen Geistes in unser Leben fließen.[...]
Gott gibt durch den Heiligen Geist in uns den Impuls des Wollens. Mit diesem Impuls ist uns zugleich Kraft und Fähigkeit zum ersten Schritt oder zum ersten Wort oder zum ersten Handgriff gegeben. Wenn wir darauf bereitwillig eingehen – und das ist der freie Entscheidungsraum des Menschen -, dann gibt Gott auch überfließende Kräfte zum Vollbringen.”

Jesus ist echt cool!

Denn Gott ist’s, der in euch das Wollen wie das Vollbringen wirkt zu seinem Wohlgefallen. (Philipper 2,13)