Daily Archive for Januar 1st, 2008

Die Vaterliebe Gottes

Jeder Mensch hat gewisse Grundbedürfnisse, die gestillt werden müssen.

Niemand wird mir widersprechen, dass unsere Grundbedürfnisse nach Sauerstoff, Nahrung, Wasser und auch Kleidung sogar lebensnotwendig sind, da wir sonst entweder sehr schnell ersticken, verhungern, verdursten oder erfrieren würden.

Auch Jesus spricht uns diese Grundbedürfnisse in Matthäus 6 zu und im gleichen Atemzug sagt Jesus auch:

Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? oder: Was werden wir trinken? oder: Womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden, aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt.
V31.32

Gott weiß also um unsere (Grund-)Bedürfnisse und er lässt uns durch sein Wort ausrichten, dass wir uns darum keine Sorgen machen sollen, weil er sich darum kümmern wird.

Jesus sagt viel mehr:

Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden!
V33

Doch was ist mit unserem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit, nach Nähe, nach einer Partnerschaft, kurz gesagt nach echter Liebe, die wohl all diese Bedürfnisse mit einschließt?

Handelt es sich dabei auch um Grundbedürfnisse, und möchte Gott auch alle diese unsere Bedürfnisse stillen?

Ich sage ja, absolut!

Das Bedürfnis nach Liebe ist genauso ein Grundbedürfnis des Menschen wie nach Sauerstoff, Nahrung usw.

Grausame Experimente in den USA haben gezeigt, dass neugeborene Babys, die zwar normal mit Sauerstoff, Flüssigkeit und Nahrung versorgt wurden, aber isoliert von der Fürsorge und Wärme ihrer Mutter in einem kahlen Raum „gehalten“ wurden, sehr schnell nach der Geburt gestorben sind.

Wenn ich darüber nachdenke, was denn für mich die schönsten Momente sind, in denen ich völlige Zufriedenheit erlebe, dann sind dass meistens die Momente, in denen ich mich von meinem Gegenüber völlig verstanden, akzeptiert und angenommen fühle.

Und wie oft haben wir Angst uns in bestimmten Situationen lächerlich zu machen, aus Angst vor Ablehnung durch unsere Mitmenschen.

In Discos kann man das gerade bei jungen Männern und Frauen wunderbar beobachten. Da traut sich niemand zu tanzen, aus Angst sich lächerlich zu machen um dann von Anderen, die man nicht einmal kennt und mit denen mal wahrscheinlich auch nie etwas zu tun haben wird, abgelehnt und ausgelacht zu werden.

Also muss ich mich verstellen bzw. der jeweiligen Situation anpassen, um möglich nicht aufzufallen bzw. möglichst wenig Fehler zu machen.

Und das kostet soviel Kraft und Konzentration, dass ich innerlich und äußerlich verkrampfe und nicht mehr ich selbst bin und innerlich keinen Frieden finden kann.

Wir Menschen haben innerlich alle einen Mangel an Liebe und deswegen auch das Bedürfnis, diesen Mangel stillen, befriedigen zu wollen.

Und um diesen Mangel zu stillen, machen wir uns abhängig von anderen Menschen, die diesen Mangel aber nicht einmal annähernd vollkommen befriedigen können, da wir alle an denselben Mängeln leiden.

Wir wollen Bestätigung dafür, dass wir unsere Arbeit gut machen, dass wir liebenswert sind.

Bleibt diese Bestätigung aus, dann stürzen wir in ein Loch aus Depression und Selbstmitleid und wir beginnen an uns selbst zu zweifeln.

Unser Problem liegt darin, dass wir uns abgewandt haben von dem „dem Hirten und Hüter unserer Seelen“, (1.Petrus 2,25) und dadurch dieser Mangel an Liebe in unserem Herzen entstanden ist.

Wir haben uns von Gott und seiner Liebe abgewandt, und versuchen das dadurch entstandene Loch nun mit anderen, unvollkommen Dingen zu füllen.

Sei es durch eine Partnerschaft, durch Arbeit oder durch andere, vielleicht sogar materielle, Statussymbole.

Jesus sagt uns aber durch die Bibel, dass wir zuerst nach Gottes Reich und seiner Gerechtigkeit trachten sollen und das Gott selbst dann unsere anderen Bedürfnisse stillen wird!
Wie das geschieht drückt der Apostel Paulus wunderbar in Römer 5,5 aus:

die Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben worden ist.

Die Liebe Gottes, die allen Mangel in uns stillen kann, ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist! Und dieser Geist bleibt bei uns in Ewigkeit (Johannes 14,16)!

Was für eine Hammer Zusage!

Gott wohnt mit seinem Geist in meinem Herzen und will mit seiner Liebe meinen Mangel an Liebe ausfüllen!

Wenn ich das verstehe und glaube, dann kann ich aufhören meinen Mangel an Liebe durch andere Menschen stillen zu wollen und mich ganz Gott widmen.

Dann bin ich nicht mehr abhängig davon, dass andere Menschen mir bestätigen, dass ich meine Sache gut mache, dass ich liebenswert bin usw.

Dann kann ich wirklich für Gott leben mit dem was ich tue.

Und alles, was ihr tut, das tut von Herzen, als für den Herrn und nicht für Menschen,
Kolosser 3,23

Dann kann ich mich meinen Mitmenschen zuwenden und die Liebe, die Gott mir gegeben hat, an sie weitergeben.

Wenn ich diese Vaterliebe Gottes, die in meinem Herzen wohnt, verstanden habe, dann wird dass ganz konkrete Auswirkungen auf so viele Bereiche meines Lebens haben.

Dann kann ich meinen Mitmenschen frei von Jesus erzählen, weil ich keine Angst mehr vor Ablehnung haben muss und unabhängig davon bin.

Dann muss ich nicht mehr krampfhaft nach einem Partner suchen, der mein Bedürfnis nach Liebe & Nähe stillen soll, da Gott selbst in meinem Herzen dieses Bedürfnis stillen will.

Dann kann ich mich in meinem Dienst ganz auf Gott ausrichten und bin nicht mehr von der Anerkennung meiner Mitmenschen abhängig.

Dann kann ich alles was Gott mir dann gibt, sei es ein Partner oder Lob von meinen Mitmenschen, als ein Geschenk Gottes an mich sehen.

Dann erlebe ich ein weiteres großes Stück von der Freiheit die Jesus uns versprochen hat.

Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.
Johannes 8,36