Ich habe jetzt eine Weile nicht mehr geschrieben, was daran liegt dass es mir momentan sehr schwer fällt meine Gedanken richtig zu fassen. Auch jetzt weiß ich überhaupt nicht wo und wie ich anfangen soll.
Was mich zurzeit beschäftigt ist die Tatsache, dass wir immer unzufrieden sind mit dem was wir haben. Wir glauben das alles besser wäre wenn sich nur das und das ändern würde. Doch wenn wir einmal ganz genau aufpassen merken wir das das überhaupt nicht stimmt.
Bis Ende des Jahres befand sich mein Arbeitgeber ca. 10 Min von meiner Haustür entfernt. Doch schon damals empfand ich diese kurze Strecke manchmal als anstrengend und ich hätte mir gewünscht das es anders wäre. Seit Dezember nun ist mein Arbeitgeber umgezogen und ich habe morgens eine Fahrtzeit von über 30 Min. Jetzt würde ich mir wünschen das mein Arbeitgeber doch nicht umgezogen wäre. Damals war doch alles so einfach.
Mein Bruder wünscht sich das er weniger arbeiten müsste. Ich wünsche mir das ich mehr arbeiten könnte. Der Eine wünscht sich nichts mehr als eine Frau, der Andere wünscht sich nichts mehr als seine Frau loszuwerden.
Der Punkt ist, dass wir nie zufrieden sind mit dem was wir haben. Und daraus resultiert eine kronische (innere) Unzufriedenheit.
Noch schlimmer wird es dann, wenn ich diesen Anspruch, alles muss anders und damit besser werden, auch auf meine Beziehung zu Jesus übertrage.
Dann glaube ich auch, dass zwischen Jesus und mir alles anders und immer besser werden muss. Jesus verlangt von mir das ich meine Beziehung zu ihm ständig verbessere, indem ich mehr und effektiver bete, mehr und effektiver Bibellese, mehr und effektiver Zeugnis gebe usw.
Wenn ich mit mir selbst unzufrieden bin, dann bin ich der Meinung das auch Jesus mit mir unzufrieden ist.
Aber das stimmt nicht!
Ich kann Jesus nicht beeindrucken, er ist schon beeindruckt.
Ich kann Jesus durch mein Verhalten traurig machen, weil ich seine Liebe dadurch ablehne, aber das ist etwas anderes als Unzufriedenheit.
Es geht darum, dass ich wirklich eine persönliche Beziehung zu Jesus habe. Gebet, Bibellesen, Gottesdienst sind kein Selbstzweck sondern haben alle nur das eine Ziel: Die Gemeinschaft, die persönliche Beziehung zu Jesus zu vertiefen.
Es geht auch darum zu erkennen was mir Jesus schon alles geschenkt hat.
Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.Epheser 1,3
Es geht darum zu lernen mit dem zufrieden zu sein was ich habe und daraus dann das Beste zu machen.
Ich sage das nicht, weil ich etwa Mangel leide. Denn ich habe gelernt, mich in jeder Lage zurechtzufinden: Ich weiß Entbehrungen zu ertragen, ich kann im Überfluss leben. In jedes und alles bin ich eingeweiht: in Sattsein und Hungern, Überfluss und Entbehrung. Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt. Philipper 4, 11-13
Ich kann meine Situation oft nicht ändern, und wenn doch, dann heisst das nicht, dass es dadurch unbedingt besser werden muss.
Auf storchs Blog habe ich vor einiger Zeit ein Zitat gelesen, dass mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gegangen ist:
Die grösste Entdeckung meiner Zeit ist, dass ein Mensch sein Leben ändern kann indem er einfach seine Einstellung ändert. (William James)
Und darum geht es doch. Das ich in der Situation meine Einstellung ändere, dass ich zufrieden bin mit dem was ich habe und das ich in der jeweiligen Situation immer in der Gemeinschaft mit Jesus lebe.
Über Kommentare bin ich dankbar.
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