Gereizt!
Es gibt bestimmte Menschen, mit denen kommt man einfach nicht klar bzw. es herrscht immer ein angespanntes Verhältnis wenn man aufeinander trifft. Man verspürt plötzlich eine gewisse Aggression, Unmut oder Gereiztheit wenn diese bestimmte Person in der Nähe ist oder auch nur erwähnt wird.
Das Verrückte dabei ist aber, dass diese Person eigentlich ganz nett ist bzw. mir überhaupt nichts getan hat. Und eigentlich will ich ja überhaupt nicht aggressiv oder gereizt gegenüber dieser Person sein.
Zumindest ging es mir immer wieder so. Da kommt z.B. mein Mitbewohner nachhause und möchte ein Gespräch mit mir beginnen und ich empfinde plötzlich ohne Grund Aggressionen gegenüber ihm. Er hat mir wirklich nichts getan.
Ich habe mich lange Zeit gefragt woran das liegen kann. Heute morgen sind wir der Lösung vielleicht einen Schritt näher gekommen.
Es ist wirklich total wichtig, dass man jemanden hat dem man seine Gefühle offen mitteilen kann (auch oder gerade die die man selbst nicht versteht).
Wir sind darauf gekommen, dass es in einem Freundes- oder Bekanntenkreis „lockere“ und „unlockere“ Personen gibt.
Bei „lockeren“ Personen fällt es mir leichter selbst „locker“ zu sein, weil „lockere“ Menschen scheinbar kaum oder keine Ansprüche an mich stellen, weil sie scheinbar kaum Ansprüche an sich selbst stellen. Dort kann ich micht entspannen, dort kann ich so sein wie ich will und einfach locker machen. Mit diesen Menschen ist man auch gerne zusammen.
Dann gibt es die „unlockeren“ Menschen. Diese Menschen haben einen sehr hohen Anspruch an sich selbst und/oder an ihre Mitmenschen und setzen mich damit seltsamerweise bewusst oder unbewusst unter Druck. Ihr hoher Leistungsdruck färbt (ungewollt) auf mich ab. Sie sind angespannt und diese Anspannung überträgt sich dabei auch auf mich.
Oder sie haben manche Probleme, teilen mir diese mit, und überfordern mich aber damit.
Solchen Menschen möchte man dann eher aus dem Weg gehen, weil man vielleicht gerne helfen will, aber nicht helfen kann, weil es über die eigene Kraft hinausgeht.
Kommt es zur Konfrontation reagiere ich gereizt, aggressiv, werde müde oder reagiere auf andere Art abwehrend.
Es wird aber auf Dauer nicht funktionieren, diesen Menschen aus dem Weg zu gehen bzw. es ist sowieso keine Lösung vor seinen „Problemen“ zu fliehen.
Wie kann ich nun diese „Probleme“ angehen?
Der erste und wichtigste Schritt ist, dass ich diese Personen ehrlich vor Gott bringe.
Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.
1.Petrus 5,7
Es ist nur logisch, dass ich mich an Gott wende, da ich alleine damit nicht fertig werde.
Genauso wichtig ist es dann diesen Personen zu vergeben und selbst um Vergebung zu bitten. Das befreit ungemein und nimmt fast alle Aggressionen von mir.
Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.
Epheser 4,32
Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern.
Matthäus 6,12
Diese Vergebung muss immer wieder stattfinden wenn ich spüre das etwas zwischen mir und meinem Mitmenschen steht, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht gar kein so großes Ding zu sein scheint.
Auch hier kann ich Gott fragen wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich meinem Mitmenschen da jetzt vergeben muss bzw. selbst um Vergebung bitten muss.
In solchen Fällen, in denen meine Mitmenschen mich mit ihren Problemen überfordern, ist es sicherlich auch hilfreich ein Gespräch unter 4 Augen zu suchen und offen darüber zu reden.
Es ist nie gut so etwas auf die lange Bank zu schieben, genauso wenn ich jemanden um Vergebung bitten muss, auch wenn es manchmal enorm viel Überwindung kostet.
Es ist auch sicherlich immer wieder nötig, es meinem Gegenüber dann auch immer wieder mitzuteilen, dass er mich gerade überfordert und da jetzt einfach psychisch selbst nicht mehr „mit kann“.
Ich kann auch vor jeder Begegnung dafür beten, dass ich zumindest ein guter Zuhörer sein kann und das der Heilige Geist mir zur rechten Zeit die notwendigen Worte in den Mund legt. Das ich nicht aus eigener Kraft helfen will, denn „ohne Schöpfer ist das Geschöpf bald erschöpft“. Das ich aber auch den Mut habe, zu sagen wann es genug ist.
Vielleicht helfen dir diese Gedanken als Anhaltspunkt, wenn du selbst einmal scheinbar ohne Grund Aggressionen gegen deinen Kollegen/Kollegin hegst.
Lass uns lernen auf den Heiligen Geist zu hören und aus Gottes Kraft zu leben.
Letzte Kommentare