Monthly Archive for Juni, 2009

Römer 6 – Kein Vorwurf sondern eine Tatsache!

Als ich vor 2 Tagen morgens Römer 6 am lesen war, hatte ich auf einmal eine für mich riesen Erkenntnis. Das hat mich so begeistert, dass ich natürlich auch darüber bloggen muss.

1 Was wollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit das Maß der Gnade voll werde? 2 Das sei ferne! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben? 3 Oder wißt ihr nicht, daß wir alle, die wir in Christus Jesus hinein getauft sind, in seinen Tod getauft sind? 4 Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. Römer 6,1-4 (Schlachter 2000 – Übersetzung)

Ich poste nur die ersten vier Verse. Ich empfehle aber gleich Kapitel 6-8 komplett zu lesen.

Zur Einleitung muss ich sagen, dass ich Römer 6 bisher immer nur als Vorwurf gelesen, so von wegen “ja wisst ihr denn nicht, dass ihr für die Sünde tot seid? Und wenn ihr in manchen Gebieten immer noch damit zu kämpfen habt, ja dann habt ihr wohl etwas falsch verstanden. Eigentlich solltet ihr überhaupt keine Probleme mehr damit haben! Schließlich seid ihr ja eigentlich tot für die Sünde!”

Ich habe mich dann gefragt was manche Leute denn dann falsche machen bzw. ändern müssen, dass Römer 6 auch in ihrem Leben Wahrheit werden kann? Wieso haben manche Christen immer noch mit zu kämpfen, während andere frei davon sind?

Und plötzlich hat es klick gemacht! Ich glaube nämlich, dass ich Paulus da komplett missverstanden habe!

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Geschützt: Kurzes Update – Teil 10

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Hartnäckigkeit?

Zur Zeit versuche ich wohl kräftig mein Leben zu analysieren. Das kommt daher weil ich im Moment so etwas wie “geistlichen Stillstand” empfinde. D.h. ich bin unzufrieden mit der Entwicklung meiner Beziehung mit Gott. Ich will mehr Tiefgang.
Wenn ich nun für alles eine Erklärung finden wollte, dann glaube ich das Gott diesen Stillstand “gewährt” damit ich mir einmal Gedanken über meine Lebensphilosphien machen kann.

Diesmal lautet das Stichwort also “Hartnäckigkeit”.

Gibt man bei bibleserver.com “Hartnäckigkeit” ein erhält man aber nur Verse in denen es um sture Menschen geht, die sich weigerten Gott zu gehorchen.
Die also einen harten Nacken gegenüber Gott behalten wollen.

In gewisser Weise trifft das auch auf meine Situation zu, aber nicht auf das was ich mit “hartnäckig” meine. Dazu gleich mehr.

Meine Verhalten in vielen Situationen ist eben nicht “hartnäckig”, sondern “halbherzig”.
Wenn Dinge bei mir nicht von anfang an flüssig laufen, dann gebe ich sie auch sehr schnell wieder auf. Ich verfolge sie dann nicht “hartnäckig” weiter.
Das Verrückte ist dann, dass meine christliche “Entschuldigung” dafür dann oft ist, dass es dann eben wohl nicht Gottes Wille war. Ein sehr netter Versuch sich aus der Verantwortung zu ziehen!

Wenn Gott nicht sofort für einen reibungslosen Ablauf sorgt, dann will er es wohl nicht.
Das da auch noch andere Mächte mit im Spiel sind, dass kommt mir dabei selten in den Sinn. Und nochmal, dass Leben läuft selten reibungslos.

Mein Verhalten war bisher so, dass ich auf manche Dinge einfach gewartet habe und gehofft habe, dass sie sich irgendwann von alleine lösen bzw. wahr werden.
Das ist wie dasitzen, aus dem Fenster schauen und auf den Weihnachtsmann warten.
Der kommt aber wenn nur einmal im Jahr…
Das Ding ist aber, dass der Fall, dass sich manche Dinge überhaupt nicht lösen bzw. wahr werden, viel häufiger eintritt als das Gegenteil.
Ein gutes Beispiel ist auch das scheinbare Phänomen, wenn Leute, an die man gerade gedacht hat, einen im selben Moment anrufen. Doch ist es nicht viel häufiger der Fall, dass man an einen Menschen denkt und er ruft nicht an? Oder das man nicht an ihn denkt und er auch nicht anruft? Oder das man nicht an ihn denkt und er ruft trotzdem an? Ich denke ihr versteht was ich meine…
Wieviel mehr könnte Realität werden wenn man sich nur hartnäckig dafür einsetzt?

Diese Halbherzigkeit lässt sich scheinbar auf gleich zwei Bereiche anwenden: den geistlichen und den nicht-geistlichen.

Ich will das garnicht erklären sondern an zwei praktischen Beispielen verdeutlichen:
Im geistlichen Bereich habe ich schon längere Zeit das Gefühl, dass ich meine Gemeinde finanziell unterstützen sollte. Bisher habe ich dazu schon einige halbherzige Versuche gestartet, die aber alle im Sand verlaufen sind. Mal hat sich die zuständige Person nicht mehr gemeldet, dann habe ich mich nicht mehr darum gekümmert.
Irgendwann kam ich dann zu dem Schluß, dass es eben nicht Gottes Wille ist (ich entwickle langsam eine Abneigung gegen diesen Satz…)…
Aber das Gefühl blieb…

Auch habe ich schon längere Zeit den Eindruck, dass ich mich in der Gemeinde hier einbringen sollte. Aber auch hier schlugen alle (halbherzigen) Versuche fehl. Mal durch meine Nachlässigkeit, dann wieder wegen anderer Schwierigkeiten…
Wieder der Gedanke, na wenn es sich als so kompliziert herausstellt, dann will Gott das scheinbar nicht…
Hier kann man übrigens “Halbherzigkeit” mit “Hartnäckigkeit” gleichsetzen. Ich handle halbherzig und bin damit im negativen Sinne hartnäckig gegenüber Gott.

Ein Beispiel für den nicht-geistlichen Bereich:

Ich hatte schon längere Zeit den Wunsch mir für meine sportlichen Aktivitäten Kontaktlinsen zuzulegen. Aber auch hier lebte ich nach dem Prinzip, entweder ergibt sich das automatisch, oder Gott will eben nicht das ich Kontaktlinsen trage.
Wenn man das so aufschreibt klingt das total lächerlich. Aber wieviele Unbewusstheiten sind ja tatsächlich lächerlich wenn man sie sich erstmal bewusst gemacht hat?!

Im Gegensatz zum geistlichen Bereich habe ich hier übrigens schon mit Veränderung begonnen.
Ich habe einen Sehtest machen lassen und habe mir Kontaktlinsen bestellt. Auch das ging nicht von jetzt auf nacher, sondern brauchte auch verschiedenen Gründen Zeit und Geduld. Aber ich habe mir vorgenommen “hartnäckig” zu bleiben. Und es funktioniert.

Es geht also darum in bestimmten Situationen hartnäckig zu bleiben, auch wenn sich nicht gleich flüssig ablaufen. Das gilt für das geistliche Leben als auch für den normalen Alltag.
Es geht darum das kindliche Verhalten abzulegen, als die Eltern einem damals noch alle Schwierigkeiten vom Hals gehalten bzw. für einen gelöst haben (wenn man in solch einer glücklichen Situation war).
Gerade in geistlichen Situationen muss ein Christ mit Widerstand rechnen, da der Widersacher nicht schläft und die guten Sachen verhindern will.
Auch müssen wir uns bewußt sein, dass es manchmal auch darum geht, Dinge im Gehorsam zu tun, auch wenn wir innerlich noch nicht wirklich wollen.
Natürlich gibt es auch Dinge, die Gott wirklich nicht will. Aber das werden wir spätestens nach einigen Hartnäckigen Versuchen herausfinden.

Wem in diesem Post die Bibelstellen fehlen, der kann sich ja mal selbst dazu in der Bibel schlau machen. Ich persönlich glaube das diese Haltung der positiven Hartnäckigkeit immer wieder in der ganzen Bibel auftaucht, auch wenn sie nicht explizit erwähnt wird.
Konkrete Beispiele sind für mich Jakob’s Ringen mit Gott (1.Mose 32) und Abraham’s Fürbitte für Sodom (1.Mose 18). Versuche einfach mal deine Bibel unter diesem Aspekt zu lesen.

Ich würde mich auch freuen, wenn du mir deine Erkenntnisse bzw. konkrete Bibelstellen als Kommentar mitteilen würdest.