Der menschliche Wille

Heute möchte ich nur einige wenige Gedanken über die menschliche Willenskraft loswerden.

Manch einer beklagt sich ja darüber, dass er einen schwachen Willen hätte, z.B. wenn es darum geht mit dem Rauchen aufzuhören. Das er nicht aufhören kann, da sein Wille einfach zu schwach ist.

Ich bin aber der Meinung, dass unser Wille absolut neutral ist, dass man also nicht sagen kann, mein Wille wäre schwach oder stark.

Der menschliche Wille ist ein Opportunist, d.h. er folgt immer meiner jeweiligen Überzeugung.

Ich bin der Überzeugung, dass wir mit allen Süchten, von denen wir nicht körperlich abhängig sind, sofort aufhören könnten, wenn nur die richtige Einstellung hätten.

In der Theorie klingt das alles sehr einfach, aber der aufmerksame Leser hat bestimmt die beiden entscheidenden Wörtchen im obigen Satz entdeckt. Richtig, könnten und hätten.

Das Leben ist viel komplexer und individueller, als das wir es mit einem einzelnen Satz beschreiben könnten.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es Jahre dauern kann, bis bestimmte Verhaltensweisen sich tatsälich ändern, d.h. bis ich zu der Überzeugung gekommen bin, dass etwas mir wirklich schadet und ich es deswegen besser lassen sollte.

Bei manchen Dingen braucht es aber auch ein fettes Wunder Gottes, und wir sind von einem auf den anderen Moment frei.

Das läuft aber nicht immer so.

Ich habe z.B. erst mit dem Rauchen aufgehört, als ich nach einem Basketballspiel fast am kotzen war. Mit den Drogen konnte ich erst nach einem Kreislaufkollaps aufhören.

Die Pornographie habe ich erst sein lassen, als ich gecheckt habe, was für einen derben Einfluss diese auf meine Beziehungsfähigkeit hatte und wie schön und befreiend das Leben doch ohne sein kann.

Gerade beim Thema Pornographie war aber trotzdem ganz viel Kraft Gottes nötig. Und trotzdem habe ich meine Schwachheit nie als Ausrede benutzt, sondern bin immer mit Gott im Gespräch geblieben.

Ich schreibe dies, da wir uns vermeintlich schwachen Willen manchmal als Ausrede verwenden, nur damit wir uns in einem bestimmten Bereich nicht ändern müssen.

Manch einer bittet Gott um einen starken Willen, und in der Zwischenzeit sündigt er fröhlich weiter. Ich kann ja nix dafür, wenn Gott mir nicht hilft.

Wirklich? Für was kann Gott mich dann überhaupt verantwortlich machen?

Manchmal spricht Gott auch nur ein einfaches “Geh hin und sündige nicht mehr!”.

Das Erlebnis der Frau in Johannes 7, 1-11 war sicherlich so eindrücklich, dass sie ab sofort einfach nicht mehr fremd gegangen ist. Sie musste nicht mehr auf den extra “Schub Willen” aus dem Himmel warten.

Kornelius Novak hat einmal von einer Begebenheit erzählt, als ein Mann in einer Bibelgruppe die anderen Teilnehmer um Gebet bat, dass Gott ihm doch die Kraft gebe, dass er seinem Bruder wegen einer bestimmten Sache vergeben könne.

Kornelius Novak sagte dem Mann darauf hin, dass er nicht für ihn beten werde, sondern dass er einfach hingehen und sich mit seinem Bruder aussprechen solle.

Gott sagt uns in seinem Wort ganz klar, dass wir einander vergeben sollen.

Der Mann ging daraufhin zu seinem Bruder und vertrug sich mit ihm.

Manchmal suchen wir einfach nur Ausreden um uns bestimmten (unangenehmen) Situationen nicht stellen zu müssen.

Bleibe im Gespräch mit Gott, lese in der Bibel und lass dich durch seine Worte und Wahrheiten heilen.

Und glaube nicht der Lüge, dass Dinge sich nicht ändern können.

Etwas, was mir im Kampf mit der Pornographie z.B. sehr geholfen hat (und was auch meine Erfahrung mit dem Rauchen war), ist, dass die Dinge sich nach einer gewissen Zeit tatsächlich ändern! Das Verlangen lässt nach! Du wirst nicht immer solche Gelüste verspüren! Das ist wie ein Monster, das langsam aber sicher verhungert, wenn wir es nicht mehr füttern.

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