So, quasi als zweiter Teil nun der Beitrag über Gottes Gerechtigkeit im Zusammenhang mit der Tatsache, dass der Mensch nicht Mittelpunkt seines Lebens ist.
Wie hängt das eine mit dem anderen zusammen?
Was bedeutet Gerechtigkeit?
Wenn ein Mensch einen anderen Menschen umbringt und dafür dann selbst die Todesstrafe erhält, dann würden wir das (je nach Überzeugung) als gerecht empfinden.
Ich denke Gerechtigkeit kann man auch als eine Art Ausgeglichenheit beschreiben. Jeder bekommt das was er verdient.
Was verdient der Mensch im Bezug auf Gott?
Im Bezug auf Gottes Gerechtigkeit gibt Paulus im Römerbrief in den ersten Kapitel eine umfangreiche Auslegung.
In Römer 1,18 heißt es: Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten,[...]
Gottlosigkeit bezeichnet hier die fehlende Gottesfurcht der Menschen und die darausfolgende Mißachtung der göttlichen Gebote.
Römer 1,32 beschreibt dann die Folge dieser Ungerechtigkeit: Obwohl sie das gerechte Urteil Gottes erkennen, daß die des Todes würdig sind, welche so etwas verüben,[...]
Gott ist der Schöpfer des Menschen, er ist sein Eigentum.
Ist Gott dann ungerecht wenn er dem Menschen nach dessen Handeln beurteilt und ihm darausfolgenden das Urteil spricht?
Gott hat diese Welt erschaffen, deswegen darf er auch die Regeln festlegen. Und die Folge unseres bösen Handelns, eines gottlosen, selbstgerechten Lebens ist der Tod.
Der Mensch, der sich selbst als Mittelpunkt der Welt und seines eigenen Lebens sieht, will das natürlich nicht anerkennen.
Doch all unsere Rebellion wird uns letztendlich nichts bringen, da Gottes Gerechtigkeit unverückbar fest steht.
Ich hab den Tod, die ewige Verdammnis verdient, und da wird es auch niemals eine Ausnahme geben.
Nichts was ich aus mir selbst heraus tue wird jemals annehmbar sein für Gott.
Das ich noch am Leben bin, dass ich jeden morgen wieder aufstehen kann und die Dinge genießen kann, die Gott mir jeden Tag aufs neue schenkt, dass ist alles das Ergebnis seiner Gnade mit mir, die er aus Liebe zu mir hat.
Paulus beschreibt diese Tatsache in Römer 3, 21-24: Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottesoffenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird, nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle [kommt], die glauben. Denn es ist kein Unterschied; denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten,so daß sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.
Das ist die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.
Gottes Gerechtigkeit kommt in Jesus Christus zum Ausdruck: Wer darauf vertraut, dass Jesus für die Vergebung seiner Schuld gestorben ist, der wird ewig leben. Wer Jesus ablehnt und die Vergebung nicht an nimmt, der wird das bekommen, was wir eigentlich alle verdienen: den Tod.
Alle haben wir versagt, aber alle dürfen wir das annehmen, was uns vor Gott gerecht macht: Das Opfer, dass Jesus unsere Strafe auf sich genommen hat, damit wir durch den Glauben an ihn leben dürfen. Er hat den Tod auf sich genommen, den wir verdient haben.
Diese Erkenntnis hat Gott in den letzten Tagen noch einmal sehr eindrücklich in mir erneuert.
Wer bin ich, dass ich aus meinem natürlichen Zustand irgendwelche Forderungen an Gott stellen könnte? Wer bin ich, dass ich sein Handeln auch nur eine Sekunde in Frage stellen könnte?
Ich darf Gott um alles bitten, er möchte das sogar, und er gibt gerne!
So schlecht ihr auch seid, ihr wisst doch, was euren Kindern gut tut, und gebt es ihnen. Wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn darum bitten. Matthäus 7,11
Aber ich soll es immer im Bewußtsein der Gnade tun, nicht dem der Selbstgerechtigkeit!
Wohin führt mich diese Erkenntnis?
In noch größere Dankbarkeit, für dieses unglaubliche Geschenk. Aber sicherlich auch weg von der Selbstgerechtigkeit, weg von meinen selbstsüchtigen Wünschen und meinen falschen Gottesvorstellungen.
Ich glaube, dass wir Gott immer wieder unsere Schuld bekennen sollen, auch wenn sie jedem der glaubt durch Jesu Opfer ein für alle mal vergeben worden ist, dient auch immer wieder der Erinnerung daran, dass wir eben nur aus Gnade leben.
Vielleicht in die Ahnung das ich mein Leben nicht mehr auf dieser selbstgerechten Basis leben kann?
Vielleicht auch zu mehr Akzeptanz der Wege Gottes mit mir?
Dann geht es nicht mehr um mich, sondern um Gott. Dann geht es nicht mehr darum, Gott warum?, sondern Gott ok!, ich glaube das es gut ist und zum Bau deines Reiches dient.
Das Unglaubliche ist ja eigentlich auch, dass Gott trotz seiner Gerechtigkeit, trotzdem nur gute Absichten mit uns hat!
Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben. Jeremia 29,11
Er weiß doch was gut für mich ist.
Und auch das hier gilt: weil ich davon überzeugt bin, daß der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi. Philipper 1,6
Hier steht gutes Werk, und die Gnade die dieses Werk angefangen hat, indem sie uns vom Tod errettet hat, die wird dieses gute Werk auch zu Ende führen.
Amen.
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