Du bist geliebt!

Wir haben später ja noch unsere Dance – Night hier in Linie 7.

Wenn ich an Tanzen denke, dann steigt sofort der Gedanke in mir hoch: „Nee, ich will nicht!“

Es ist ein Phänomen, dass wir hier im Süden Deutschlands irgendwie so verklemmt sind (als ob wir einen Stock im Allerwertesten hätten).

Woran das liegt habe ich noch nicht genau erforscht.

Ich weiß nur von mir, dass ich mich dabei immer so beobachtet fühle.

Ich frage mich immer, „Was denkt der andere von mir?“.

Bloß nicht vor den anderen lächerlich machen!

Ich könnte mich ja so spakig bewegen, dass die anderen sich über mich lustig machen!

Die beobachten mich ja die ganze Zeit.

Die große Angst die dahinter steckt ist wohl, dass irgendwann niemand mehr etwas mit mir zu tun haben möchte.

Ich bin ja der peinliche Typ der sich lächerlich gemacht hat!

Solche Gedanken kommen, wenn ich nicht weiß, wer ich selber bin.

Wenn ich mich selbst nicht kenne, und keine eigenen Standpunkte habe.

Wenn ich nicht weiß, wo und was mein Fundament ist.

Wenn ich nicht weiß, wer ich selber bin, dann versuche ich ständig jemand anderes zu sein.

Dann versuche ich mich meiner Umgebung so anzupassen, wie ich meine dass ich am Besten ankomme.

Aber wenn ich nicht sagen kann, was ich wirklich denke und fühle, dann werden meine eigenen Ideen und Emotionen irgendwann total verkümmern.

Dann wirke ich entweder künstlich oder emotionslos.

Ich muss lernen zu sagen, was mein Herz meint!

Ich denke, das Ziel eines jeden Menschen ist immer, sich bei seinen Mitmenschen angenommen zu fühlen.

Und wenn ich mich selbst nicht kenne und auch selbst nicht vollständig so akzeptiere wie ich nun mal bin, dann werde ich auch nie glauben, dass meine Mitmenschen mich vollständig so akzeptieren wie ich bin.

Es gibt da in der Bibel einen sehr interessanten Vers. Den kennst du vielleicht auch wenn du noch nie in der Bibel gelesen hast.

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst (Matthäus 22,39)

Ich habe oft nur den ersten Teil des Verses gelesen.

Aber da steht doch Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Wenn ich mich selbst nicht annehme, dann kann ich auch nicht meine Mitmenschen lieben / annehmen.

Ich habe immer so gedacht, dass jeder Mensch sich selbst ja immer am meisten liebt, aber mittlerweile sehe ich dass eher, überspitzt formuliert, wie eine Hassliebe.

Zumindest bei manchen Menschen ist das so.

Wer von euch kennt Gollum aus Der Herr der Ringe?

Diese Kreatur, die so abhängig ist von diesem einen Ring.

Und Gandalf sagt über Gollum und den Ring einmal, dass Gollum diesen Ring gleichzeitig liebt und hasst.

Das er ihn auf der einen Seite für immer nur für sich besitzen möchte, auf der anderen Seite ihn aber am liebsten zerstören würde.

Ich denke so ähnlich ist das auch bei uns (wie gesagt nicht bei allen).

Zumindest lieben wir nicht alles an uns bzw. halten nicht alles für liebenswert.

Und ich denke da müssen wir hinkommen, dass wir erst einmal lernen uns selbst anzunehmen, so wie wir nun einmal sind!

Gott tut das genauso!

Er liebt uns bedingungslos, d.h. unabhängig von meinem Äußeren, meinen Gefühlen, meinen Taten, meinen Charakterschwächen usw.

Er ist es auch, der uns ein Fundament gibt.

Er zeigt uns wo wir hingehören – nämlich zu ihm!

Auch wenn wir uns für überhaupt nicht liebenswert halten, Gott tut es.

Auch wenn scheinbar niemand zu uns hält, Gott tut es.

Ein Gedanke: Wenn alle Christen den Vers Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst ausleben würden, dann gebe es ja eigentlich fast keinen Menschen in deiner Nähe, der dich nicht liebt.

Und falls in deiner Nähe tatsächlich doch überhaupt keine Christen wohnen sollten, so bleibt dir trotz allem immer noch die Liebe Gottes.

Passend dazu auch das Lied von Nickelback, dass heute Morgen im Radio kam:

If everyone cared and nobody cried

If everyone loved and nobody lied

If everyone shared and swallowed their pride

Wenn du heute Abend einen Satz mit nach hause nimmst, dann hoffentlich diesen: Du bist ein Geliebter / Du bist eine Geliebte!

Bedingungslos, unabhängig davon wer du bist und was du bisher in deinem Leben getan hast!

Bedingungslos. Es heißt in der Bibel auch, dass Gott uns zuerst geliebt hat, und dass er sich wünscht, dass auch wir ihn lieben, als Reaktion auf seine bedingungslose Liebe.

Wenn du wissen willst, was der Unterschied zwischen Christen und anderen Menschen ist:

Christen fragen nach dem Willen Gottes für ihr Leben, die anderen Menschen folgen ihrem eigenen Willen.

Als Antwort auf Gottes kompromisslose Liebe, als Dank für das Fundament das er jedem Mensch gibt und die Hoffnung auf ein besseres Leben nach dieser Welt.

Zum Abschluss möchte ich noch einen kurzen Text vorlesen:

Ich muss nicht stärker sein als ich bin, denn du hast mich zuerst geliebt. Ich muss nicht besser sein als andere, denn in deiner Liebe bin ich reich.

Ich muss mich nicht verstellen, denn ich bin dir zum Bilde geschaffen.

Dir gebe ich die Ehre.

(Sybille Fritsch)

Beitrag als Podcast anhören:

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