Heute gibt es eine kleine Premiere auf meinem Blog:
Ich möchte heute einen Open Mic-Beitrag von Klemens Kissner veröffentlichen, welchen er letzten Freitag in Linie 7 gehalten hat.
Ab sofort werde ich auch einige andere Open Mic-Beiträge, die nicht von mir stammen, hier und auf meinem Podcast veröffentlichen.
(Entschuldigt die schlechte Qualität der Aufnahme)
Häng dich dran!
Mir ist es bisher wegen angeborerner Schwachheit und Bosheit unmöglich gewesen, den Forderungen Gottes zu genügen.
Wenn ich nicht glauben darf, dass Gott mir um Christi willen dies täglich beweinte Zurückbleiben vergebe, so ist es aus mit mir.
Ich muss verzweifeln. Aber das lass ich bleiben. Wie Judas an den Baum mich hängen, das tue ich nicht. Ich hänge mich an den Hals oder Fuß Christi wie die Sünderin. Ob ich auch noch schlechter bin als diese, ich halte meinen Herrn fest.
Dann sprich er zum Vater: Dieses Anhängsel muss auch durch. Es hat zwar nichts gehalten und alle deinen Gebote übertreten, Vater, aber er hängt sich an mich. Was soll’s! Ich starb auch für ihn. Lass ihn durchschlupfen.
Das soll mein Glaube sein.
(Martin Luther)
Einer, der es knapp geschafft hat.
Ich muss sagen, das hätte ich nicht erwartet von Martin Luther. Gerade so durchgerutscht. Der Große Reformator, er hatte die ganze Welt in Aufruhr gebracht hatte. Da könnte ich mir schon einen triumphaleren Einzug vorgestellt: Tausende Engel stehen von ihren Rängen auf, als Martin Luther in die Zielgerade einläuft . Der ganze Himmel klatscht:
„Martin, du hast es geschafft! Du hast die ganze Welt aufgerüttelt.
So sieht sich Luther komischer weise nicht: Der große Reformator beschreibt sich als Looser!? „Ein mächtiger Looser vor dem Herrn“ Wie kommt Luther zu so einer Sicht? Ist er einfach nur bescheiden und demütig?
Ne, darum geht es Luther nicht, am Ende noch schnell `nen Demuts-Bonus ziehen…
Luther meint das ernst. Er weiß, „Ich hab’s nicht geschafft. Ich war nicht der große Überflieger.
Das hängt mit seiner Lebensgeschichte zusammen. Früher hatte Luther das anders gesehen. Er hat gekämpft und sich hochgearbeitet. Alle haben ihn bewundert. Was für ein radikaler konsequenter Glaube!
Luther war wie dieser junge Mann in der Bibel, der mal zu Jesus gelaufen kann:
„Hey Jesus, wie ist das mit dem ewigen Leben. Wann hab ich es? Hab ich den Spitzenlevel jetzt endlich erreicht? Hey, ich hab schon alles mögliche gemacht : Ich bin immer freundlich zu den Leuten, bete total oft, geb sogar Geld für soziale Zwecke. Was fehlt mir noch? Wo ist das kleine Tüpfelchen, das ich noch mitnehmen muss?
Und Jesus guckt ihn an und sagt: „Dir fehlt nicht noch ein Tüpfelchen. Dir fehlt alles. Schmeiß das Ganze hin und folg mir nach. Du hast es auf eine hohe Ebene geschafft in deinem Spiel. Aber es ist nur ein Spiel. Steig ganz aus! Es geht nicht um Punktesammeln.
Das war wie so ein Schlag ins Gesicht!
Es ist frustrierend das einzusehen. Oft haben auch für Leute, die schon lange mit Jesus dabei sind so ein Frusterlebnis. Ich komm nicht weiter. Was hat sich denn schon verändert? Wo ist das große neue Leben mit Jesus.
„Es gibt Momente, da schieb ich echt den Frust. Mich ärgert, dass ich so wenig weiter gekommen bin. Ich kämpf noch mit den selben Neigungen, wie vor 15 Jahren. Das hatte ich mit anders vorgestellt. Ich hab gehofft, dass ich Stufe für Stufe weiterkomme. O.k., kein Heiliger werden, aber wenigstens besser.
Diese Vorstellung vom Leben mit Jesus lässt sich am besten mit einem Starterkabel vergleichen: Jesus ist wie ein Starterkabel für meinen Motor. Gott gibt Starthilfe, so einen ordentlichen Energieschub und dann fahr ich los.
Gott hat die Sache ins Rollen gebracht – jetzt bin ich dran, was draus zu machen…
Das ist aber nicht Gottes Vorstellung.
Gott schmeißt das Ding nicht nur an und guckt dann gemütlich zu. Er nimmt die Verantwortung. In der Bibel heißt es einmal: „Der, der in euch die gute Sache angefangen hat, der wird es auch zuende bringen“. Gott hat es angefangen mit dir, er zieht das Ding auch durch. Es geht von Gott aus, deswegen hat er auch die Verantwortung.
Gott weiß, wie wenig bei uns zu holen ist. Dein Glaube ist Gottes Sache. Es ist sein Ding. Häng dich dran. Lass dich da mitziehen, so wie es Luther beschreibt.
Paulus sagte mal zu seinen Freunden: „Ich kann nicht sagen, dass ich es schon ergriffen hätte, aber ich bin von Jesus Christus ergriffen.“ Hört ihr das: „Ich kann nicht sagen, dass ich es ergriffen hab, aber ich bin von Jesus Christus ergriffen. Ich weiß, ich hab’s nicht im Griff mit meinem Leben, auch nicht mit meinem Glauben. Aber es hat mich gepackt. Jesus hat mich gepackt. Und jetzt lass ich nicht los. Ich häng mich da dran.
Es gibt Zeiten, da geht die Post ab, da läuft das Leben im Autopilotmodus – voll auf der Gewinnerspur. Da muss mir keiner was erzählen, dass Gott mein Leben verändert. Ich erleb’s doch haut nah!
Aber oft bin ich mir selbst im Weg, oft verbau mir mein Leben selber. Das ist eine Realität. Das hat etwas mit unserer menschlichen Natur zu tun. Deswegen erwartet Gott auch nichts Großes von uns, sondern hat sich selbst die Verantwortung gegeben.
Die Bibel sagt: Wer Jesus Christus vertraut, hat einen Schatzt aber in einem einfachen Tongefässen gelagert. Der Schatz ist einwandfrei, es ist Gott selber. aber die Verpackung ist schwach, löchrig, das sind wir Menschen. Wer Jesus Christus vertraut, der hat einen Schatz im Tongefäß.
Gut, dass die Bibel sagt: „Aber der, der in euch die gute Sache angefangen hat, der wird’s auch bis zum Ende durchziehen.“ Darauf können wir vertrauen.
Ja, was können wir so lange machen? Ich denk, wie Luther: Häng dich dran! Bleib hartnäckig an Jesus und lass dich von ihm ziehen.
Manchmal heißt das zu sagen: „O.k. Ich weiß, ich hab’s mal wieder nicht geschafft, nach deinen Vorstellungen zu leben, Gott. Aber hier bin ich wieder. Ich fühl mich zwar grad nicht so, aber ich gehör dazu. Ich bleib dran. Ich häng mich ran und lass nicht locker.
Beitrag als Podcast anhören:
[audio http://plan51.podspot.de/files/Open%20Mic-02.02.07.mp3]
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