Ich mache die Beobachtung, dass ich in (oder auf) bestimmten Situationen nur reagiere anstatt zu handeln.
Es ist ein Unterschied, ob ich auf die Gegebenheiten in meinem Umfeld nur entsprechend reagiere (bewusst oder unbewusst), oder ob ich selbstständig darin handle.
Wenn ich reagiere, dann passe ich mich meiner Umgebung meistens nur an und reagiere dann so wie ich meine das man es von mir verlangt bzw. wie es in dieser Situation meiner Meinung nach am passendsten ist. Dann werde ich von meinem Umfeld geprägt und bin dabei nicht mehr eigenständig.
Wenn ich handle, dann nehme ich mein Umfeld zwar war, reagiere darauf aber nicht so wie ich meine reagieren zu müssen, sondern handle eigenständig und aus meiner „Mitte“ heraus.
Aus der „Mitte“ heraus zu handeln heisst für mich aus Gott heraus zu handeln. Ich weiß wer ich in Gottes Augen bin, habe meinen Standpunkt in Gott und lebe mein Leben nach seinen Maßstäben, nur ihm gegenüber verantwortlich.
Es fällt mir schwer diesen Unterschied einfacher zu erklären, vorallem weil jemand anderes an dieses Thema (gedanklich) von einer ganz anderen Seite heran geht. Vielleicht hilft ein praktisches Beispiel, um den Unterschied zwischen „Reagieren“ und „Handeln“ zu veranschaulichen:
Wenn ich in die Strassenbahn einsteige und dort auf ein schönes Mädchen treffe, dann kann ich entweder
in den Reaktionsmodus schalten und versuchen mich dann so zu verhalten wie ich meine möglichst cool zu erscheinen oder wie ich anderweitig ihre Aufmerksamkeit auf mich ziehen kann. Meine Reaktion hängt davon ab was ich mir für solche Situationen antrainiert habe bzw. bei anderen abgeschaut / gelernt habe.
der Handlungsmodus würde bedeuten, dass ich in so einer Situation völlig individuell handle und mich von meiner Umgebung nicht beeinflussen lasse.
Ich lebe dabei nicht aus meinen Erfahrungen sondern handle intuitiv. Der Vorteil dabei ist, dass ich mir nicht ständig Gedanken darüber machen muss, ob ich mich jetzt der Situation entsprechend richtig verhalte und wie mein Umfeld darauf reagiert.
Es ist klar, dass es bei so einem Denken natürlich auch auf meine Motive ankommt von denen ich mich leiten lasse.
Handle ich aus Liebe, dann werde ich niemals so handeln, dass mein Gegenüber darunter leiden muss oder von mir ausgenutzt wird.
Wenn wir in die Evangelien schauen, dann sehen wir das Jesus in jeder Situation gehandelt hat, aber immer aus Liebe. Er hatte sein Herz ganz dem Willen Gottes verschrieben. Er hat sich nie so seiner Umgebung angepasst das er sein Handeln und Reden so von seiner Umgebung abhängig gemacht hat und so gepredigt hat, wie er meinte das seine Umgebung es gerne gehört hätte.
Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus.
Galater 1,10
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