Es ist schon geil zu beobachten, wie Gott in meinem Leben einen Punkt nach dem anderen, der nicht seinem Bild entspricht, angeht und nach seinen Vorstellungen verändert.
Dazu passt die Aussage des Apostel Paulus aus 2. Korinther 3 Vers 18:
Wir alle sehen in Christus mit unverhülltem Gesicht die Herrlichkeit Gottes wie in einem Spiegel. Dabei werden wir selbst in das Spiegelbild verwandelt und bekommen mehr und mehr Anteil an der göttlichen Herrlichkeit. Das bewirkt der Herr durch seinen Geist.
Ich möchte heute über einen bestimmten Punkt in meinem Leben schreiben und ich hoffe, dass der ein oder andere das auch auf sein Leben übertragen, anwenden und somit ein Stück mehr Freiheit zu erkennen.
Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen. Johannes 8,32
Ich hatte vor knapp 4 1/2 Jahren ein traumatisches Erlebnis in meinem Job, als ich über eine bestimmte Situation total die Kontrolle verloren habe. Damit bin ich damals absolut nicht klar gekommen und hatte deswegen auch eine Art Nervenzusammenbruch und litt eine zeit lang unter Panikattacken.
Eine der größten Ängste des Menschen ist es wohl, eine bestimmte Situation nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Kein Mensch möchte das. Wir wollen immer alles im Griff haben, weil wir Angst haben das wir sonst nicht mehr aus einer bestimmten Situation herauskommen könnten. Das es uns verrückt machen könnte.
Alles soll in gesicherten Bahnen ablaufen, alles soll kontrollierbar sein und nichts darf den normalen Ablauf stören, so dass wir es nicht mehr geregelt kriegen würden. Das ist für die meisten Menschen ein Horrorszenario!
Woher kommt diese Angst? Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht.
Bei mir selbst geht dieses Verhalten sogar so weit, dass alles in meinem Alltag nur noch in einem Rahmen ablaufen darf denn ich kontrollieren kann. Alles andere lasse ich erst gar nicht zu. Um das zu gewährleisten habe ich meinen imaginären Sicherheitszaun so weit gesteckt, dass unvorhersehbare Situationen kaum noch möglich sind.
Wie macht sich das im Alltag bemerkbar?
- Ich halte mich z.B. an liebsten in meinem eigenen Zimmer hinter verschlossener Türe auf. Das ist mein abgesteckter Bereich, dort kann mir nichts passieren.
- Unterwegs versuche ich direkten Blickkontakt zu anderen Menschen so gut es geht zu vermeiden. Wer weiß was da sonst alles passieren könnte!
- Wenn jemand auf der Straße stürzt oder vielleicht Hilfe beim Koffer tragen braucht, dann gehe ich trotzdem schnell weiter. Wer weiß, was sonst alles unvorhergesehenes passieren könnte!
- Menschengruppen, die ich nicht richtig einschätzen kann, gehe ich aus dem Weg.
- Generell versuche ich alles Unvorhergesehenes zu vermeiden! Alles muss geregelt ablaufen, nichts darf mich überfordern oder nicht sofort lösbar sein!
Vielleicht steckt hinter all diesen Bemühungen auch die große Angst ausgelacht, abgewiesen und von anderen Menschen abhängig zu sein? Als nicht lebensfähig und damit nicht liebenswert zu gelten.
Aber was ist das Problem bei der ganzen Sache?
Gott hat sich das Leben so nicht gedacht! Diese oben beschriebene Einstellung entspricht nicht Gottes Wesen. Gott ist kein Gott der sich zurückzieht und sich vor seinen Menschen versteckt.
Jesus hat das auf der Erde perfekt vorgelebt. Natürlich hat Jesus sich auch immer wieder zurückgezogen um sich auszuruhen, aber darum geht es hier ja nicht.
Jesus hat sich den Menschen und ihren Problemen gestellt. Er hat zugelassen das sich die Menschen über ihn lustig machen. Er ist Konfrontationen und allgemein schwierigen Situationen nicht aus dem Weg gegangen.
Er interessiert sich für die Menschen und ihre Probleme. Auch heute noch. Weil er sie liebt.
Wenn ich mich aus Angst vor meinem Versagen soweit zurückziehe, dass alles in meinem Leben soweit kontrollierbar ist, dann entspricht das nicht Gottes Wesen.
Wenn ich z.B. aus Angst vor Überforderung, oder zwecks mangelnder Kontrolle, einer Frau nicht dabei helfe ihr Gepäck die Treppe hochzutragen, dann lebe ich nicht Gottes Liebe.
Ich werde Gott in meinem Leben nicht übermäßig erleben, wenn ich selbst bestimmen will in welchem Radius er handeln darf.
Ich kann mir vorstellen, dass wir deswegen oft nicht auf Gottes Stimme hören, weil wir Angst davor haben das Gott uns mit seinen Anforderungen überfordern würde und wir die Dinge nicht mehr unter Kontrolle haben.
Aber Gott kennt uns doch durch und durch! Er weiß was er uns zutrauen kann und was nicht. Er wird uns niemals überfordern! Es gibt nichts womit er nicht klar kommt!
Die Proben, auf die euer Glaube bisher gestellt worden ist, sind über das gewöhnliche Maß noch nicht hinausgegangen. Aber Gott ist treu und wird nicht zulassen, dass die Prüfung über eure Kraft geht. Wenn er euch auf die Probe stellt, sorgt er auch dafür, dass ihr sie bestehen könnt. 1. Korinther 10,13
Gott kann unendlich viel mehr an uns tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns ausdenken können. So mächtig ist die Kraft, mit der er in uns wirkt. Epheser 3,20
Mit diesem Glauben möchte ich ab sofort mehr und mehr durch meinen Alltag gehen und auch Situationen zulassen, die ich nicht im Griff habe.
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