Die letzten Tage habe ich mich mal wieder ein bisschen über Jesus geärgert bzw. ich habe mal wieder die obligatorische “Warum”-Frage gestellt.
“Warum gerade ich? Kannst du das nicht ändern, Jesus?”
Kornelius Novak hat einmal gesagt, dass wir Menschen diese Warum-Frage häufig dann stellen, wenn wir in unserem Leben mit etwas nicht zurecht kommen.
Wir merken vielleicht, dass unsere Vorstellung wie Gott sein müsste irgendwie nicht dem entspricht wie Gott tatsächlich ist.
Ich denke das Gott uns gerade in solche Sackgassen laufen lässt wenn er unser Gottesbild korrigieren muss.
Ich bete darum, dass Gott mir Wege zeigt wie ich mein Leben noch mehr nach seinen Maßstäben leben kann und ärgere mich dann wenn tatsächlich Veränderung eintritt.
Vielleicht liegt das daran, dass ich gar nicht so genau weiß was denn überhaupt verändert werden muss…
Jesus hat auch schon zu Johannes dem Täufer gesagt, Und glückselig ist, wer nicht Anstoß nimmt an mir! (Lukas 7,23), weil dieser auch nicht so ganz kapierte was gerade abgeht.
Um für Gott brauchbar zu sein (wobei “brauchbar” sicherlich auch eine Frage der Definition ist), muss er mich zu allererst von meinem Egoismus befreien.
Jeder einzelne Mensch muss für sich begreifen, dass er nicht der Mittelpunkt der Erde ist.
Das scheint eine sehr schwere Aufgabe zu sein, da wir die Welt ja immer nur aus unserem Blickwinkel sehen und dieser erscheint für uns nun mal als Mittelpunkt.
Aber wir sind nicht der Mittelpunkt der Erde, denn diese dreht sich auch ohne uns weiter, genauso wie das Leben auch.
Das merken wir spätestens dann wenn Krankheit oder Arbeitslosigkeit uns mal aus dem Trott des Alltags rausreißen.
Es geht also nicht um mich.
Wir meinen das zwar immer und leben deshalb auch dementsprechend, aber dass ist nicht das Leben das Jesus sich vorgestellt hat.
Nicht umsonst heißt es in Matthäus 6,33: Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles hinzugefügt werden!
Das ist wirklich einer meiner Lieblingsverse!
Die Welt dreht sich nicht nur um dich, deshalb ändere deine Blickrichtung und trachte vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes!
Um deine persönlichen Bedürfnisse wird sich der Herr Jesus schon kümmern.
Wieso bete ich z.B. so intensiv für persönliche Dinge, aber bin zu faul zum Gebetsabend von All Souls zu gehen?
Nur weil ich persönlich keinen Nutzen davon habe?
Ich bin nicht mehr der Mittelpunkt meines Lebens, denn Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. (Galater 2,20)
Doch wie setze ich Gott als Mittelpunkt meines Lebens?
Indem ich von mir wegschaue und das tue was Gott möchte!
Etwas, dass mir dabei sehr wichtig geworden ist, ist das ausdauernde Gebet für andere!
Wenn ich schon kein großer Redner bin, dann möchte ich wenigstens für meine Freunde und Kollegen beten.
Das Gebet eines Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist. Jakobus 5,16
Auch wenn ich nicht immer sofort eine Veränderung sehe, so möchte ich trotzdem weiter beten, denn ich glaube das ist Gottes Auftrag an uns alle.
Nicht umsonst haben die Apostel die Gemeinden immer wieder zum Gebet aufgefordert. (Kolosser 4,3; 1. Thess. 5, 17.25)
- Die Apostel haben durch Gebet Tote auferweckt, Kranke gesund gemacht und Dämonen ausgetrieben. (Apg. 9,40; Apg. 28,8)
- Petrus und Paulus haben im Gebet eine Vision von Gott bekommen, wie er sich in einer bestimmten Situation verhalten soll. (Apg. 11,5ff.; 22,17ff.)
- In Epheser 6,18 bittet Paulus darum, dass wir zu jeder Zeit für alle Christen beten.
- Gebet öffnet Türen für Gott, damit seine Gute Nachricht an Orte vordringt wo es bisher noch nicht gehört wurde. (2.Thess. 3,1; Kolosser 4,3)
- Es schenkt den Mut und die Freimütigkeit, die Gute Nachricht weiterzusagen. (Apg. 4,31)
Dies ist sicherlich nur ein Aspekt, wohin mich ein Leben, das Gott als Mittelpunkt hat, führen kann, aber für mich im Moment der wichtigste.
Einen anderen Aspekt aus Matthäus 6,33 möchte ich dann aber in einem weiteren Beitrag behandeln: Gottes Gerechtigkeit und wie das zu einem Leben mit Gott als Mittelpunkt passt.
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