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Christsein: Vergebung erfahren

Geht es dir auch so, dass du dich immer noch an den ganzen Mist erinnern kannst, den du in deinem bisherigen Leben so verbockt hast?

Sei es das du deine Eltern angeschrien hast, im Supermarkt etwas geklaut hast, oder auch nur bei einer Klassenarbeit beschissen hast.

Kannst du dich daran noch erinnern? Und wenn du ganz ehrlich zu dir bist, hast du dann das Gefühl das du dafür eigentlich bestraft werden müsstest?

Und wenn du Christ bist, und theoretisch natürlich weißt, dass “deine Schuld dir vergeben worden ist”, was sagt dir dein Inneres?

Glaubst du wirklich, dass alles was vor Gericht gegen dich verwendet werden kann, dass diese Anklageschrift ein für alle Mal ausgelöscht worden ist? Glaubst du aus ganzem Herzen, dass Jesus all deinen Mist, alle deine Sünden, mit ans Kreuz genommen hat – die vergangen, gegenwärtigen und zukünftigen?

Hast du dir schon einmal richtig bewußt gemacht, was Vergebung eigentlich wirklich heißt? Spürst du diese Freiheit?

Oder hängen in deinem Bewußtsein immer noch Schuldgefühle fest? Fühlst du immer noch das du für irgendetwas bestraft werden solltest?

Weißt du, dass du von aller Schuld freigesprochen wurdest, wenn du Jesu Opfer für dich in Anspruch nimmst?

Du bist frei, frei von jeglicher Schuld oder Schuldgefühlen! Alle Lasten sind dir von den Schultern genommen worden.

Keine Schuld kann mich mehr belasten.

Kein Fehltritt, keine verpasste Situation, kein Ungehorsam.

Kannst du diese Freiheit spüren? Kannst du sie ein- und ausatmen?

Alles ist vergeben.

Wie soll man dieses Gefühl, diese Erfahrung, diese Freiheit beschreiben?

Vielleicht möchtest du dich all diese o.g. Fragen selbst fragen bzw. selbst einmal darüber nachdenken.

Diese Bibelstellen können dir dabei helfen:

Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn.  Jesaja 53,6

Da wir nun durch den Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unsren Herrn Jesus Christus, Römer 5,1

dadurch, daß er die gegen uns bestehende Schuldschrift, welche durch Satzungen uns entgegen war, auslöschte und sie aus der Mitte tat, indem er sie ans Kreuz heftete. Kolosser 2,14

Die Gerechtigkeit Gottes

So, quasi als zweiter Teil nun der Beitrag über Gottes Gerechtigkeit im Zusammenhang mit der Tatsache, dass der Mensch nicht Mittelpunkt seines Lebens ist.

Wie hängt das eine mit dem anderen zusammen?

Was bedeutet Gerechtigkeit?

Wenn ein Mensch einen anderen Menschen umbringt und dafür dann selbst die Todesstrafe erhält, dann würden wir das (je nach Überzeugung) als gerecht empfinden.

Ich denke Gerechtigkeit kann man auch als eine Art Ausgeglichenheit beschreiben. Jeder bekommt das was er verdient.

Was verdient der Mensch im Bezug auf Gott?

Im Bezug auf Gottes Gerechtigkeit gibt Paulus im Römerbrief in den ersten Kapitel eine umfangreiche Auslegung.

In Römer 1,18 heißt es: Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten,[...]

Gottlosigkeit bezeichnet hier die fehlende Gottesfurcht der Menschen und die darausfolgende Mißachtung der göttlichen Gebote.

Römer 1,32 beschreibt dann die Folge dieser Ungerechtigkeit: Obwohl sie das gerechte Urteil Gottes erkennen, daß die des Todes würdig sind, welche so etwas verüben,[...]

Gott ist der Schöpfer des Menschen, er ist sein Eigentum.

Ist Gott dann ungerecht wenn er dem Menschen nach dessen Handeln beurteilt und ihm darausfolgenden das Urteil spricht?

Gott hat diese Welt erschaffen, deswegen darf er auch die Regeln festlegen. Und die Folge unseres bösen Handelns, eines gottlosen, selbstgerechten Lebens ist der Tod.

Der Mensch, der sich selbst als Mittelpunkt der Welt und seines eigenen Lebens sieht, will das natürlich nicht anerkennen.

Doch all unsere Rebellion wird uns letztendlich nichts bringen, da Gottes Gerechtigkeit unverückbar fest steht.

Ich hab den Tod, die ewige Verdammnis verdient, und da wird es auch niemals eine Ausnahme geben.

Nichts was ich aus mir selbst heraus tue wird jemals annehmbar sein für Gott.

Das ich noch am Leben bin, dass ich jeden morgen wieder aufstehen kann und die Dinge genießen kann, die Gott mir jeden Tag aufs neue schenkt, dass ist alles das Ergebnis seiner Gnade mit mir, die er aus Liebe zu mir hat.

Paulus beschreibt diese Tatsache in Römer 3, 21-24: Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottesoffenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird, nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle [kommt], die glauben. Denn es ist kein Unterschied; denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten,so daß sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.

Das ist die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt.

Gottes Gerechtigkeit kommt in Jesus Christus zum Ausdruck: Wer darauf vertraut, dass Jesus für die Vergebung seiner Schuld gestorben ist, der wird ewig leben. Wer Jesus ablehnt und die Vergebung nicht an nimmt, der wird das bekommen, was wir eigentlich alle verdienen: den Tod.

Alle haben wir versagt, aber alle dürfen wir das annehmen, was uns vor Gott gerecht macht: Das Opfer, dass Jesus unsere Strafe auf sich genommen hat, damit wir durch den Glauben an ihn leben dürfen. Er hat den Tod auf sich genommen, den wir verdient haben.

Diese Erkenntnis hat Gott in den letzten Tagen noch einmal sehr eindrücklich in mir erneuert.

Wer bin ich, dass ich aus meinem natürlichen Zustand irgendwelche Forderungen an Gott stellen könnte? Wer bin ich, dass ich sein Handeln auch nur eine Sekunde in Frage stellen könnte?

Ich darf Gott um alles bitten, er möchte das sogar, und er gibt gerne!

So schlecht ihr auch seid, ihr wisst doch, was euren Kindern gut tut, und gebt es ihnen. Wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn darum bitten. Matthäus 7,11

Aber ich soll es immer im Bewußtsein der Gnade tun, nicht dem der Selbstgerechtigkeit!

Wohin führt mich diese Erkenntnis?

In noch größere Dankbarkeit, für dieses unglaubliche Geschenk. Aber sicherlich auch weg von der Selbstgerechtigkeit, weg von meinen selbstsüchtigen Wünschen und meinen falschen Gottesvorstellungen.

Ich glaube, dass wir Gott immer wieder unsere Schuld bekennen sollen, auch wenn sie jedem der glaubt durch Jesu Opfer ein für alle mal vergeben worden ist, dient auch immer wieder der Erinnerung daran, dass wir eben nur aus Gnade leben.

Vielleicht in die Ahnung das ich mein Leben nicht mehr auf dieser selbstgerechten Basis leben kann?

Vielleicht auch zu mehr Akzeptanz der Wege Gottes mit mir?

Dann geht es nicht mehr um mich, sondern um Gott. Dann geht es nicht mehr darum, Gott warum?, sondern Gott ok!, ich glaube das es gut ist und zum Bau deines Reiches dient.

Das Unglaubliche ist ja eigentlich auch, dass Gott trotz seiner Gerechtigkeit, trotzdem nur gute Absichten mit uns hat!

Denn ich weiß, was für Gedanken ich über euch habe, spricht der Herr, Gedanken des Friedens und nicht des Unheils, um euch eine Zukunft und eine Hoffnung zu geben. Jeremia 29,11

Er weiß doch was gut für mich ist.

Und auch das hier gilt: weil ich davon überzeugt bin, daß der, welcher in euch ein gutes Werk angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi. Philipper 1,6

Hier steht gutes Werk, und die Gnade die dieses Werk angefangen hat, indem sie uns vom Tod errettet hat, die wird dieses gute Werk auch zu Ende führen.

Amen.


Gereizt!

Es gibt bestimmte Menschen, mit denen kommt man einfach nicht klar bzw. es herrscht immer ein angespanntes Verhältnis wenn man aufeinander trifft. Man verspürt plötzlich eine gewisse Aggression, Unmut oder Gereiztheit wenn diese bestimmte Person in der Nähe ist oder auch nur erwähnt wird.

Das Verrückte dabei ist aber, dass diese Person eigentlich ganz nett ist bzw. mir überhaupt nichts getan hat. Und eigentlich will ich ja überhaupt nicht aggressiv oder gereizt gegenüber dieser Person sein.

Zumindest ging es mir immer wieder so. Da kommt z.B. mein Mitbewohner nachhause und möchte ein Gespräch mit mir beginnen und ich empfinde plötzlich ohne Grund Aggressionen gegenüber ihm. Er hat mir wirklich nichts getan.

Ich habe mich lange Zeit gefragt woran das liegen kann. Heute morgen sind wir der Lösung vielleicht einen Schritt näher gekommen.

Es ist wirklich total wichtig, dass man jemanden hat dem man seine Gefühle offen mitteilen kann (auch oder gerade die die man selbst nicht versteht).

Wir sind darauf gekommen, dass es in einem Freundes- oder Bekanntenkreis „lockere“ und „unlockere“ Personen gibt.

Bei „lockeren“ Personen fällt es mir leichter selbst „locker“ zu sein, weil „lockere“ Menschen scheinbar kaum oder keine Ansprüche an mich stellen, weil sie scheinbar kaum Ansprüche an sich selbst stellen. Dort kann ich micht entspannen, dort kann ich so sein wie ich will und einfach locker machen. Mit diesen Menschen ist man auch gerne zusammen.

Dann gibt es die „unlockeren“ Menschen. Diese Menschen haben einen sehr hohen Anspruch an sich selbst und/oder an ihre Mitmenschen und setzen mich damit seltsamerweise bewusst oder unbewusst unter Druck. Ihr hoher Leistungsdruck färbt (ungewollt) auf mich ab. Sie sind angespannt und diese Anspannung überträgt sich dabei auch auf mich.

Oder sie haben manche Probleme, teilen mir diese mit, und überfordern mich aber damit.

Solchen Menschen möchte man dann eher aus dem Weg gehen, weil man vielleicht gerne helfen will, aber nicht helfen kann, weil es über die eigene Kraft hinausgeht.

Kommt es zur Konfrontation reagiere ich gereizt, aggressiv, werde müde oder reagiere auf andere Art abwehrend.

Es wird aber auf Dauer nicht funktionieren, diesen Menschen aus dem Weg zu gehen bzw. es ist sowieso keine Lösung vor seinen „Problemen“ zu fliehen.

Wie kann ich nun diese „Probleme“ angehen?

Der erste und wichtigste Schritt ist, dass ich diese Personen ehrlich vor Gott bringe.

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.
1.Petrus 5,7

Es ist nur logisch, dass ich mich an Gott wende, da ich alleine damit nicht fertig werde.

Genauso wichtig ist es dann diesen Personen zu vergeben und selbst um Vergebung zu bitten. Das befreit ungemein und nimmt fast alle Aggressionen von mir.

Seid aber gegeneinander freundlich und barmherzig und vergebt einander, gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.
Epheser 4,32

Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldnern.
Matthäus 6,12

Diese Vergebung muss immer wieder stattfinden wenn ich spüre das etwas zwischen mir und meinem Mitmenschen steht, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht gar kein so großes Ding zu sein scheint.

Auch hier kann ich Gott fragen wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich meinem Mitmenschen da jetzt vergeben muss bzw. selbst um Vergebung bitten muss.

In solchen Fällen, in denen meine Mitmenschen mich mit ihren Problemen überfordern, ist es sicherlich auch hilfreich ein Gespräch unter 4 Augen zu suchen und offen darüber zu reden.

Es ist nie gut so etwas auf die lange Bank zu schieben, genauso wenn ich jemanden um Vergebung bitten muss, auch wenn es manchmal enorm viel Überwindung kostet.

Es ist auch sicherlich immer wieder nötig, es meinem Gegenüber dann auch immer wieder mitzuteilen, dass er mich gerade überfordert und da jetzt einfach psychisch selbst nicht mehr „mit kann“.

Ich kann auch vor jeder Begegnung dafür beten, dass ich zumindest ein guter Zuhörer sein kann und das der Heilige Geist mir zur rechten Zeit die notwendigen Worte in den Mund legt. Das ich nicht aus eigener Kraft helfen will, denn „ohne Schöpfer ist das Geschöpf bald erschöpft“. Das ich aber auch den Mut habe, zu sagen wann es genug ist.

Vielleicht helfen dir diese Gedanken als Anhaltspunkt, wenn du selbst einmal scheinbar ohne Grund Aggressionen gegen deinen Kollegen/Kollegin hegst.

Lass uns lernen auf den Heiligen Geist zu hören und aus Gottes Kraft zu leben.